„Wir bleiben. Und wir brauchen Verstärkung“

Shownotes

Nach dem Rekordergebnis der AfD in Sachsen-Anhalt wächst bei vielen Menschen die Angst vor der Zukunft unter einer möglichen AfD-Regierung. Trotzdem denken sie nicht daran, ihre Heimat aufzugeben – auch Alexander Prinz aus Halle, bekannt als Der Dunkle Parabelritter, beschreibt im Podcast diese Entschlossenheit. Robert Ide hat mit ihm, aber auch mit Menschen im Burgenlandkreis gesprochen, wo besonders viele die AfD gewählt haben, und Sabine Schicketanz mit dem Politikwissenschaftler Benjamin Höhne darüber, was jetzt gegen den Rechtspopulismus zu tun ist. Im Ostgold geht es um das Deutsche Zentrum für Astrophysik in der Lausitz, wo Forschende nach Gravitationswellen suchen.

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Die Accounts der Menschen, die ihr zu Beginn der Folge gehört habt, findet ihr hier:

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Credits:

  • Moderation: Sabine Schicketanz und Robert Ide
  • Redaktion: Myriel Desgranges, Mona Schröder und Sonja Gillert
  • Schnitt und Produktion: Lilian Hoenen
  • Sounddesign und Musik: Milan Lukas Fey
  • Foto und Covert-Art: Lydia Hesse und Manuel Kostrzynski

Transkript anzeigen

00:00:02: Ich habe keine krassen politischen Takes an dieser Stelle.

00:00:10: Es ist mehr ein Hilferuf, weil Sachsen-Anhalt sehr und dicht besiedelt und wir brauchen den Support aus anderen Städten oder Ausstädten generell.

00:00:19: und kommt alle nach Sachsenanhalt send help we need support.

00:00:23: uns geht es nicht gut.

00:00:25: Wenn AfD die Bundesregierung sieht dann ich muss vielleicht leider schon die Sachsen Anwälte verlassen.

00:00:36: Mich wird's schwieriger sein als der Ausländer, sozusagen.

00:00:42: Wir müssen nur mehr um die Leute hier kämpfen, die diese Partei

00:00:44: auch nicht gewählt haben

00:00:46: und noch die Leute, die nach wie vor Angst vor dieser

00:00:47: Partei

00:00:48: haben.

00:00:49: Ich bin vor zwei Jahren nach Berlin gezogen weil ich es dort nicht mehr ausgehalten hab.

00:00:53: Ich zieh zurück, weil das reicht!

00:00:55: Sachsen-Anhalt ist mein Zuhause... ...und ich werde mir mein Zuhausen nicht von verschiff

00:01:00: innen wegnehmen lassen.

00:01:05: Wir haben hier

00:01:05: stabile Leute, sich verdammt nochmal auch nach der Wahl den Arsch

00:01:08: aufreißen werden.

00:01:10: Natürlich macht uns das

00:01:11: Angst, aber wir sind mir diese Angst nicht alleine.

00:01:13: Und wenn wir es schaffen aus dieser

00:01:14: Angst etwas

00:01:15: Produktives zu schaffen, dann kann sie eben auch bestärkend sein.

00:01:20: Kommt hierher!

00:01:21: Wenn ihr könnt bitte kommt hierher... ...wenn die Menschen kundeprivilegiert sind, die online arbeiten, Leute, die los sind und die O-Macht fühlen, die überlegen vielleicht für ein Jahr in Auslands zu ziehen, zieht nach Sachsen-Anhalt, sieht in den ländlichen Raum Wir brauchen Leute

00:01:36: vor Ort.

00:01:38: Ich glaube die feindlichen Stimmen werden lauter dann müssen wir auch lauter werden.

00:01:51: All das sind Stimmen aus den Tagen nach der Wahl, von Demos aus den sozialen Netzwerken und vor Ort in Magdeburg und Halle.

00:01:59: Es sind vor allem Menschen die sich engagieren gegen Rechtsextremismus für Vielfalt und ihr Zuhause!

00:02:07: Ja, und ich hab ein paar Menschen von denen tatsächlich auch treffen können als ich diese Woche unterwegs war in Sachsen-Anhalt.

00:02:12: Und viele Menschen sind natürlich auch erfreut bei diesem großen Ergebnis über den Sieg der AfD.

00:02:16: aber es gibt eben auch viele die wirklich geschockt sind von diesem Ergebnis die auch erst mal sich sammeln müssen Aber die auch nicht resignieren wollen.

00:02:23: da gibt's schon die Angst bei Menschen die sagen kann Ich hier jetzt noch zu Hause bleiben In diesem Bundesland?

00:02:30: aber eben der Satz der am häufigsten fällt Der ist eigentlich ein anderer wir bleiben Wir brauchen Verstärkung Stärkung.

00:02:37: Und die Leute sagen aber auch, hey wir müssen mit diesen AfD-Wählerinnen und AfD- Wählern nochmal anders reden denn diese sozialen Probleme, die ja offenbar in dieser Wahl angesprochen werden haben wir irgendwie alle zusammen und wir müssen in unser schrumpfenden Heimat auch

00:02:49: zusammenhalten.".

00:03:04: Welchen Einfluss wird diese Wahl haben auf die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und auch in Berlin?

00:03:09: Und welche Konsequenzen spüren wir jetzt schon im ganzen

00:03:12: Land?".

00:03:13: Darüber sprechen wir unter anderem mit Benjamin Höhne, Politikwissenschaftler an der Technischen Universität Chemnitz und gebürtiger Sachsenanhalter.

00:03:21: Mit Alexander Prinz aus Halle in den sozialen Netzwerken bekannt als Der dunkle Paraberitter, den ihr vielleicht schon kennt aus unserer ersten Folge.

00:03:36: Und Sabine Schicke

00:03:37: tanzt.

00:03:42: Was für ein politisches Beben, um das tatsächlich mal so abgedroschen auszudrücken, dass Deutschland hier seit der Wahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag erschüttert?

00:03:52: Ein besseren Begriff den finde ich dafür einfach nicht!

00:03:55: Denn diese Erschütterung dieses Wahlergebnisses, das vermutlich zur Folge hat, dass die AfD tatsächlich erstmals Regierungsverantwortung übernimmt – die sind tatsächlich bis in den letzten Winkel des Landes vorgedrohnen habe ich den Eindruck….

00:04:09: In der Tat und selbst Altbundeskanzlerin Angela Merkel, von der man ja nicht so viel hört ist ja auch eine Ostdeutsche allerdings auch einer dieses lange versteckt hat.

00:04:17: Die hat das jetzt noch mal ziemlich klar auf den Punkt gebracht.

00:04:20: Sie hat gesagt ihr als Christdemokratin ihr blutet das Herz und sie sagte dass es ein wirklicher Einschnitt.

00:04:25: in der Geschichte der Bundesrepublik unterstellen sich jetzt natürlich ganz viele Fragen.

00:04:29: wie konnte es denn zu diesem Einschnitt kommen?

00:04:32: welche Folgen hat er?

00:04:33: Und was ist jetzt eigentlich nötig?

00:04:34: Wie soll man damit umgehen um die Demokratie zu bewahren?

00:04:38: Ja lieber Robert, du warst ja seit dem Wahlwochenende die ganze Zeit an Sachsen-Anhalt unterwegs.

00:04:43: Du bist viel länger geblieben als eigentlich geplant um Antworten zu finden auf diese erste Frage vor allem nämlich wie konnte es denn eigentlich soweit kommen?

00:04:53: Dafür hast du die Gemeinde Schnaudertal im Burgenlandkreis besucht in Sachsen Anhalt Denn dort haben so viele Menschen die AfD gewählt wie sonst nirgendwo in Sachsene Anhalt was ja tatsächlich Ohnehin schon vieles.

00:05:06: Über

00:05:07: siebzig Prozent!

00:05:07: Du warst dort und hast mit Menschen gesprochen, was hast du denn erfahren über die Beweggründe der Leute?

00:05:12: Also ich glaube, der größte Beweggrund vieler Menschen ist die Zukunftsangst.

00:05:16: Es geht ganz viel um soziale Fragen Die hohen Benzinpreise, die steuern auch die Bürokratie die als Bevormundung empfunden wird aus Berlin und aus Brüssel.

00:05:26: Und ganz klar ist auch, die AfD ist zumindest was ihre Wählerschaft angeht wirklich inzwischen in den ländlichen Regionen in Ostdeutschland eine Volkspartei.

00:05:34: Die hat wirklich alle Schichten erfasst.

00:05:36: das waren ganz viele Familien mit denen ich gesprochen habe.

00:05:39: und da isst es wirklich so ein Angst dabei vor dem Abstieg generell von Deutschland und dass man dann eben auch das was man sich jetzt aufgebaut hat seit der Wende so kleine Vermögen kleines Erbe, dass man eigentlich an die Kinder weitergeben will Dass das wieder verloren gehen kann und dass die Kinder dann vielleicht wieder wegziehen.

00:05:56: Da muss man den Leuten tatsächlich erst mal zuhören, um sich anzunähern an das was da tatsächlich in ihn vorgeht.

00:06:03: Und du hast im Burgenlandkreis Robert auch mit Marcel Bergmann gesprochen.

00:06:08: Er hat drei Kinder er arbeitet als Autoverkäufer und er hat dir geschildert Was ihm bewegt wenn er an seine Zukunft denkt An die Zukunft seiner Familie und seiner Kinder und auch warum er die AfD gewählt hat.

00:06:21: Was glauben Sie, was viele Menschen hier bewogen hat im Ort die AfD zu wählen gerade in den ländlichen Regionen?

00:06:28: Zum einen muss ich ganz einfach sagen natürlich die Präsenz von Ulrich Sigmund.

00:06:33: Die Bürger Nähe, die er ganz einfach auch gesucht hat dem Menschen zuzuhören auf die Menschen zuzugehen nicht die Angst davor zu haben und halt auch das anzusprechen was die Leute wirklich bewegt.

00:06:44: Es gibt Migranten und es gibt Migranten und ich bin ganz einfach dabei Warum sollen wir diese Menschen finanzieren, die ganz einfach nur hier sind?

00:06:53: Weil sie sagen uns geht's ja gut.

00:06:55: Es gibt aber auch die, die gehen arbeiten und mit solchen habe ich schon zusammengearbeitet.

00:06:59: Das sind fleißige Leute, das sind sehr liebe nette Leute, die auch Familie haben, die ganze mal die Schulen besuchen, die alles so machen wie wir es auch tun.

00:07:08: Und warum sollen die gehen?

00:07:10: Die brauchen keine Angst zu haben!

00:07:12: finde ich ganz, ganz wichtig.

00:07:13: Und dann ist es natürlich auch die wirtschaftliche Lage wo ganz einfach Veränderung geschehen muss.

00:07:19: Können Sie nochmal sagen sie bauen ja hier gerade an ihrem Haus.

00:07:22: vielleicht können Sie noch mal kurz sagen was Sie wichtigen auch für die Zukunft hier für das Dorf und auch für Ihre Familie?

00:07:30: Ja also ich finde es eigentlich am allerwichtigsten dass zum Beispiel diese Kosten einfach mal wieder ein bisschen gedämpft werden sage ich jetzt weil wie die AfD das schafft Das Überlass ist der AfD.

00:07:43: Dafür sind die Politiker, ich bin da Bürger.

00:07:47: Sie haben versprochen dass sie das in den Griff kriegen wollen.

00:07:50: Wir warten jetzt einfach ab was passiert und hoffen natürlich dass es dann die richtige Richtung geht Und auch heimwirtschaftlich für die Familie unsere Kinder Dass die Perspektiven haben später auch hier zu bleiben.

00:08:01: Was macht ihnen Sorgen?

00:08:02: Auch dass die Kinder vielleicht nicht hierbleiben.

00:08:04: Was macht Ihnen wirklich die größte Sorge auf für die Zukunft?

00:08:08: Ja, also es ist ganz einfach.

00:08:09: Es liegt klar auf der Hand.

00:08:10: Das sind immer mehr große Unternehmen, die sich distanzieren aus Sachsen-Anhalt.

00:08:14: Ganz einfach weil hier dieser Anspruch nicht mehr so da ist für die Unternehmen, warum sollen sie hier sein?

00:08:21: Da muss ganz einfach wirklich was passieren, das ist meine Meinung.

00:08:24: Also dann muss man ganz klar errohren, was sind die Gründe dafür?

00:08:27: Warum entfernen Sie sich aus Sachseneinhalt und was können wir dafür tun damit Sie hier bleiben?

00:08:32: Und das ist jetzt Aufgabe der AfD.

00:08:35: Das ist eine sehr eindrückliche Stimme, an der man aus meiner Sicht vieles festmachen kann.

00:08:40: Wie normal es dort ist die AfD zu wählen?

00:08:43: Wie groß denn schon die Lücken sind und die Löcher, die die anderen Parteien, die Parteien der demokratischen Mitte hier hinterlassen haben und damit auch der AfD überlassen haben?

00:08:53: Und das halt vor allem auf dem Land wo sie meist die einzigen waren, die sich überhaupt gezeigt haben also die AfD im Wahlkampf.

00:09:01: Und ich finde, aus seinen Worten spricht er auch diese Form von Sehnsucht nach einer einfachen Zukunft.

00:09:06: Einer Zukunft eben ohne Probleme und nach einem Land das so sein soll wie es irgendwann einmal war.

00:09:13: Frage ist nur wann und wie?

00:09:16: Ja bei der Frage sind die meisten Menschen halt noch gar nicht sondern sie beschäftigen sich wirklich mit den Problemen die Sie jetzt gerade haben.

00:09:23: Und wenn sie was von der Politik wirklich vor Ort mitbekommen wollen, ja dann ist die AfD wirklich die einzige, die dort vor Ort ist.

00:09:30: Der Uli, wie die alle den Ulrich Sigmund nennen, der war eben da auch im Nachbardorf hat eine Fleischerei besucht und ansonsten hatte ich da auch kein Politiker blicken lassen.

00:09:39: So hat's die AfD geschafft den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen ihnen Gefühl zu geben von Zügehörigkeit und eben auch Hoffnung zu vermitteln.

00:09:47: Wir machen das schon für euch!

00:09:49: Gleichzeitig wurden bei diesem Wahlkampf Veranstaltungen Menschen benannt, die angeblich Schuld daran sind.

00:09:55: Dass sich die Menschen hier abgehängt fühlen.

00:09:58: Das sind eben die Leute aus der Stadt und die Migranten, die das Sozialsystem ausnehmen und sowieso diese ganze Blase in Berlin.

00:10:05: Und das denken die Leute halt wirklich in der Mehrheit und es muss man auch ernst nehmen.

00:10:10: Ja, da bleibt einem hier nichts anderes übrig.

00:10:12: Wie man jetzt auch sieht am Wahlergebnis.

00:10:13: aber ich denke auch das zeigt eben auch wie stark diese Entkopplung von Stadt und Land mittlerweile vorangeschritten ist.

00:10:20: Man hat dort wirklich fast gar nichts mehr zu tun mit dem Leben was die Leute in den Städten führen.

00:10:26: und gleichzeitig fühlen sich die Menschen auf dem Land ja offensichtlich nicht mehr repräsentiert von der normalen also von der demokratischen Politik von den Parteien der demokratische Mitte weil sie kaum noch glauben, dass diese Parteien irgendwas wissen von ihrem Alltag dort der eben nicht in einer Stadt stattfindet.

00:10:47: Und ich glaube früher, da haben wir das noch besser geschafft.

00:10:49: Das irgendwie wieder einzufangen und auch zu überbrücken.

00:10:52: aber ich glaube dass geht eben oder es wird sehr schwer wenn's eine Partei gibt wie die AfD die genau darauf hinarbeitet und eben solche Ängste auch schürt und solche Sehnsüchte bedient und so würde ich zumindest vermuten diese Sehmsüchte ja in der realen Welt dann tatsächlich auch nicht erfüllen kann.

00:11:10: Ja, das mag sein.

00:11:11: Aber es geht vor allen Dingen darum, dass die Leute wirklich eine richtige Veränderung wollen – eine wirkliche Veränderungen jetzt im politischen System.

00:11:19: und dazu ist halt die AfD das Mittel ja?

00:11:21: Und da muss man auch sagen, es ist eben sehr wenig passiert was die Reform angeht und die Menschen, die sehen zum Teil auch….

00:11:28: Da gibt's rechtsextreme Verwurzlungen und Verbindungen aber viele interessiert das erst auf den zweiten dritten Blick sie sagen uns reicht irgendwie auch mit der unübersichtlichen Demokratie wir kommen da einfach nicht weiter Und mit Deutschland geht es bergab und wenn so wenig vorangeht, dann muss einfach jetzt mal was passieren.

00:11:45: Deswegen setzen Sie auf die AfD!

00:11:51: Kommen wir jetzt zu dem Punkt, welche Folgen dieses Wahlergebnis denn hat?

00:11:55: Politisch betrachtet steht ja vor allem Bundeskanzler Friedrich Merz von der CDU sehr unter Druck.

00:12:01: So sehr Unterdruck wie er noch nie unter Druck stand würde ich meinen.

00:12:05: Er hat auch großen ernst ausgestrahlt.

00:12:07: Ich habe das gesehen am Montag als er Stellung genommen hat zu den Wahlergebenn und sehr selbstkritisch war und Besserung versprochen hat.

00:12:16: Aber ob das reichen wird um im Amt zu bleiben

00:12:20: Nein, ich weiß es auch nicht.

00:12:21: Also macht technisch mag das sein und da kann er sich sicherlich erst mal ein bisschen halten.

00:12:27: aber bei den Menschen ist ja einfach unten durch seine wirklich katastrophale Kommunikation mit dem Volk also den Leuten immer zu sagen in schwierigen Zeiten wo sie immer höhere Preise für alles bezahlen sollen ihr müsst einfach nur mehr arbeiten und die Rente wird euch gekürzt Das kommt einfach nicht an, ne?

00:12:43: Gleichzeitig ist es so in der CDU.

00:12:45: Ist ein Kanzlertausch jetzt auch nicht so einfach und das würde sich glaube ich schon noch ein bisschen hinziehen.

00:12:50: und jetzt gerade will man auch den AfD diesen Sieg nicht auch noch gönnen.

00:12:55: Zudem kommt ja dazu steht auch so richtig nicht jemand bereit in der Cdu oder auch eine CSO.

00:13:02: also Söder, der will natürlich die Partei, die will ihn nicht.

00:13:07: Henry Wüst, der würde wohl.

00:13:09: Aber er hat ja selbst noch mal eine Wahl vor der Brust in Nordrhein-Westfalen und Wüst.

00:13:14: Der hat jetzt das fand ich interessant den Fokus auch erst einmal auf was ganz anderes gelegt eigentlich als erster CDU Politiker.

00:13:20: Er hat nämlich gesagt, er möchte dass es einer Armeidsgruppe gibt aus dem Verfassungsschutz, aus Verfassungsrechtlern und aus Experten von Bund und Ländern und die sollen prüfen ob ein AfD Verbot möglich wäre.

00:13:33: Und ihm geht es dabei um die Frage, hat er gesagt wie denn der Staat verfassungsrechtlich mit einer Partei umgeht.

00:13:39: Die mindestens in einzelnen Bundesländern und das wissen wir ja verfasslungsfeindliche Ziele verfolgt.

00:13:45: Also ich bin da ehrlich gesagt ein bisschen skeptisch, muss ich ganz ehrlich sagen und für Sachsen-Anhalt würde das jetzt auch jeden Fall nicht mehr helfen.

00:13:52: Da steht die AfD vor der Regierung – Die CDU zerlegt sich Partei intern und kämpft um die allerletzten noch verbleibenden Posten in der Opposition.

00:14:01: Es gibt plötzlich das BSW was wieder froh locken kann.

00:14:03: Wir sind doch nicht in einer politischen Versenkung verschwunden.

00:14:06: wir können ja sogar mitentscheiden darüber ob Ulrich Sigmund wirklich Ministerpräsident in Sachsen anhalt wird oder nicht.

00:14:12: Also bisher macht die AfD den Eindruck, sie weiß noch gar nicht wie Sie das so richtig bewerkstellen sollen.

00:14:17: Sich die fehlenden Stimmen im Parlament zu sichern und ich glaube darauf müsste man jetzt erstmal den Fokus legen als mit einer neuen Verbotsdebatte der AfD beikommen zu wollen ist meine Meinung.

00:14:28: Naja, also was der wahrseckte AfD in Sachsen-Anhalt auf jeden Fall schon zur Folge hat ist.

00:14:33: Der mobilisiert die Gegner dieser Partei ne?

00:14:35: Es gibt Kundgebungen es gibt eine ganze Menge Solidarität mit den Menschen im Bundesland Die die AfD nicht gewählt haben und es gibt durchaus auch einige Stimmen die meinen jetzt müsse Jetzt werde ja wohl alles anders werden die das einfach als den ultimativen Wegruf sehen Aber ich weiß nicht, ob das so kommen wird tatsächlich.

00:14:56: Hat also wirklich dieser AfD Sieg nun den Demokraten die Augen geöffnet?

00:15:00: Und was hilft denn nun tatsächlich gegen diese extremen Rechtspopulisten außer eben dieses Versprechen, was sich schon kaum noch hören kann Politik jetzt besser zu erklären?

00:15:12: Ja, das hat ja bisher nicht geklappt.

00:15:13: Dann würde es glaube ich auch in Zukunft so nicht klappen ist mein Eindruck.

00:15:16: Also ich habe das gefragt, den Politikwissenschaftler Benjamin Höne mit dem Ich für unseren Podcast sprechen konnte.

00:15:23: Er ist in Lutterstadt Wittenberg in Sachsen-Anhalt geboren und hat in Leipzig und Halle studiert und in seiner Diplomarbeit da hat er die politischen Einstellungen im Ostwestvergleich untersucht.

00:15:35: Und jetzt arbeitet und forscht Höne gerade an der Technischen Universität in Chemnitz.

00:15:47: Benjamin Höhne, ganz herzlichen Dank dass Sie Zeit haben für uns heute.

00:15:51: Für unseren Podcast.

00:15:52: diese Wahl hat ja Deutschland erschüttert und vor allem auch die Parteien der demokratischen Mitte.

00:15:57: da zeigt man sich jetzt sehr schockiert und bedrückt Und viele sagen Jetzt müsse wirklich vieles wenn nicht alles tatsächlich anders werden.

00:16:06: Was sagen sie denn?

00:16:07: wird das zu kommen?

00:16:08: Hat dieser afd Erfolg wirklich den Demokraten nun die Augen geöffnet?

00:16:13: Ja hallo Frau Schäckertanz ich Ich bin da ein bisschen skeptisch, ich habe gestern auch die Pressekonferenz von Herrn Merz verfolgt und dachte wieder auf Weyer.

00:16:20: Jetzt dockt man wieder an den Symptomen bloß rum weil Herr Merz dann gesagt hat man müsste das besser erklären.

00:16:25: Das ist ja was ziemlich abgedroschenes Politik zu erklären.

00:16:28: also ich glaube wenn man den Rechtspopulismus der in Deutschland vor allem als Rechtsextremismus in Erscheinung tritt, substanziell etwas entgegensetzen muss will dann reicht nicht besseres Erklären allein aus, dann reicht nichts Besseres Regieren was auch immer das sein soll aus.

00:16:46: Dann reicht es nicht aus sich an Rechtsaußenpositionen anzuschmiegen indem man zum Beispiel Migrationspolitik restriktiver gestaltet.

00:16:54: Die ersten beiden Sachen kann man machen.

00:16:55: Es ist nicht verkehrt, nieverkehrt es sogar ganz wichtig gut zu erklären und die Menschen auch mit ihren Emotionen abzuholen.

00:17:01: und geschlossenes Effizientes regieren ist sicherlich auch nicht verkehrt aber das wird nicht ausreichen um den Rechtsaußenparteien das Wasser abzugraben.

00:17:10: also man muss viel tiefer ansetzen.

00:17:13: da gibt es sehr viele gute politikwissenschaftliche Analysen und dann eben auch zur Schlussfolgerung kommen wie kann?

00:17:19: Wir sollten uns auch darüber im Klaren sein, dass der organisierte Rechtsextremismus über Parteien und auch der Rechtspopulismus dazu gehört heutzutage.

00:17:30: Das ist so etwas wie die dunkle Seite der repräsentativen Demokratie kann man sagen.

00:17:34: er reagiert auf Krisenerscheinungen der Demokratie.

00:17:36: also festzustellen er gehört dazu leider Gottes aber man hat etwas in der Hand wie groß oder wie schwach er ist.

00:17:43: da kann man viel tun.

00:17:44: Und was ist das genau?

00:17:45: Was man tun kann

00:17:46: Das wäre ein Punkt, dass die demokratischen Parteien Narrative entwickeln.

00:17:51: Die die Menschen mitreißen, die mit den Ängsten umgehen, mit den multiplen Krisen, der sich wechselseitig verstärken, umgehen und die mit einbeziehen aber irgendwie das Ziel haben, die Menschen zu besseren Ofern zu führen.

00:18:04: Da gibt es Ansätze in den Parteien zum Beispiel an die Grünen denkt also die Energiegewinnung über Grüne Energien, also über Windkraft, über Wasser, über Solar.

00:18:15: Da steht ja im Grunde zumindest beim Thema Solar in unbegrenzter Masse zur Verfügung.

00:18:20: Da kann man doch irgendwie positive Zukunftsideen draus entwickeln.

00:18:24: Das sehe ich nachholbedarf bei den anderen Parteien.

00:18:26: Das ist nur ein Bereich.

00:18:27: Ich glaube, der andere ist auch der, die Menschen viel stärker mitzunehmen und da würde ich einmal bei den Parteien ansetzen.

00:18:34: Die Parteien müssen sich öffnen.

00:18:36: Die sind viel zu stark, sie sind vielzu sehr mit Parlamentsroutinen viel zu sehr mit den professionellen Agieren in exekutiven Positionen.

00:18:46: Ich würde sogar so sagen, Mitblick auf die Forschung man kann ja festhalten dass Parteien eine Mittlerposition einnehmen zwischen gesellschaftlicher Sphäre und staatlichersphäre.

00:18:55: Und die demokratischen Parteien diese Zustark in die staatliches Sphere gerückt.

00:18:59: Die machen da wichtige Aufgaben gar keine Frage.

00:19:02: alles wichtig aber indem sie sich darauf konzentrieren ist ein Stück weit der Blick von den Menschen weggekommen auf der Straße, dort wo die Lebensrealitäten sich abspielen.

00:19:11: Und da genau ist die AfD hingegangen weil sie den Fokus eben nicht auf eine verantwortliche Oppositionspolitik gelegt hat, sich als eine Regierung im Wartestand oder so zu profilieren.

00:19:22: Hat sie nicht gemacht?

00:19:22: Sondern sie isst bei dem Menschen ... Siegmund hat das vorgemacht, an Spricht er sich Zeit nimmt.

00:19:27: Wo haben wir das ansonsten gesehen?

00:19:29: Zuletzt die Linkspartei hat es vielleicht versucht im Bundestagswahlkampf ein Stück weit aber das ist schon ein Problem.

00:19:35: Deshalb unbedingt die Parteien müssen sich öffnen.

00:19:37: Wir müssen aber auch im System einiges tun.

00:19:39: in der repräsentativen Demokratie, da brauchen wir mehr Bürgerräte bis hin zur Idee eine dritte Kammer neben Bundestag Bundesrat zu implementieren, die dann immer an der Gesetzgebung beteiligt wird.

00:19:52: Da gibt es auch schon wieder Vorreiter in anderen Ländern.

00:19:54: also da können wir auch mutiger werden.

00:19:55: das sind alles eher mittellangfristige Maßnahmen die man ergreifen kann Aber ich glaube die können am Ende des Tages sehr sehr Wirksam sein.

00:20:04: Die sind jetzt auch nicht das alleinige Heilmittel, auch gar keine Frage.

00:20:07: Aber wir sollten glaube ich nichts unversucht lassen unsere demokratie zu stärken.

00:20:12: Sie haben jetzt auf die politik geschaut auf unser politisches system im prinzip auf die parteien.

00:20:17: Ich frage mich sind die tatsächlich oder ist dieses system sind die partei tatsächlich für alles Verantwortlich auch für dieses wahl ergebnis Oder liegt es auch an uns in der gesellschaft an den bürgerinnen und bürgern weil schließlich die haben ja gewählt sie sind ja nun auch nicht Wie soll ich sagen, nur willinlose Abstürmer in dieser Demokratie?

00:20:38: Ja das sehe ich schon.

00:20:39: Da muss sich als Parteienforscher auch ein Stück weit die Parteien ins Schutz nehmen.

00:20:41: In der Tat macht man es so einfach, dass man jetzt nur auf die CDU und Sachsen-Anhalt zum Beispiel zeigt und sagt ja ihr habt dem Ministerpräsidenten den neuen zu spät installiert oder ihr habt irgendwie über Jahre bestimmte Entwicklungen verschlafen.

00:20:53: Die Parteien haben Fehler gemacht und sie sind zum Teil in ihrer Organisation Struktur konservativ wenig beweglich, das haben wir eben alles gesagt.

00:21:00: aber es ist so einfach den Erfolg der Rechtsaußenpartei AfD in Deutschland nur auf das Versagen der politischen Parteien zurückzuführen sondern da ist näher drum herum.

00:21:09: Da sind wir als Gesellschaft gefragt auch die Medien übrigens.

00:21:12: ich finde an vielen Stellen sind Medien auch viel zu leicht dabei rechts außen Agitationen ein Podium zu bieten weil Sie eben Auflage machen wollen Und die Gesellschaft, gerade in Ostdeutschland, die in zunehmenden Teilen bereit ist sich aus der Demokratie zu verabschieden und autoritäre Politikvorstellungen verfolgt.

00:21:33: Da haben wir glaube ich Teile der Bevölkerung tatsächlich verloren für die Demokratie.

00:21:36: aber ich möchte es mal so drastisch ausdrücken weil einige sich wirklich verabssiedet haben von der Demokraties und eher dem starken Führer... dieser Idee etwas abgewinnen können, wer es den anderen mal zeigt, macht richtig aufräumt.

00:21:49: Das kommt natürlich auch nicht von irgendwo her sondern das hat mit der Schwäche des Systems zu tun und das hat gerade mit den Erfahrungen die Ostdeutsche mit dem System hatten nach neunzehntneunzig viel zu tun also die schwierige Transformationsphase hohe Massenarbeitslosigkeit von der fast alle irgendwie betroffen waren oder jeder jemanden kennt in der Familie.

00:22:10: dann haben wir eklatante Menge im System Deskriptive Repräsentationen im Elitensektor denken.

00:22:18: Das wissen die Ostdeutschen vielleicht nicht so um Detail und wie sich das entwickelt, aber ich glaube sie haben schon gefühlt dafür dass ihre Leute aus ihrem Landesteil weniger gute Chancen haben, in Elite-Positionen aufzurücken und sozusagen Verantwortung für Ostdeutsche aber auch Gesamtdeutsch zu übernehmen.

00:22:34: Und das betrifft ja im Grunde alle Sektoren.

00:22:36: Das ist Medien, das sind die Universitäten, das ist der öffentliche Dienst, dass es die Polizei, das isst die Bundeswehr, das iß des Gerichtswesen, das isses die Wirtschaft... Aber in allen anderen Sektorn sehen wir immer ne Unterrepresentation von Ostdeutchen!

00:22:48: Und da's doch knarmt, dass das dann nicht zuträglich sein kann, dass die Menschen sich mit dem System verbinden.

00:22:54: Die AfD nutzt das.

00:22:56: Sieht das, verstärkt es und leistet eine sehr ungute Funktion auch – gar keine Frage!

00:23:02: Aber das ist ein weiteres Defizit, wo man ansetzen

00:23:04: kann.".

00:23:05: Wie sehr wird denn dieser weißigte AfD zu einem Aufbruch ihrer Gegner?

00:23:10: Ja, das ist ja die Frage was bei den nächsten beiden Landtagswahlen, Landesparlamentswahlen passiert in Necklenburg-Vorpommern und Berlin.

00:23:17: Das sind natürlich Kaffeesatzleserei aber sicherlich das zeigen die Demonstrationen die jetzt stattfanden und damals auch schon im Bundestag als es die gemeinsame Abstimmung von CDU CSU mit der AfD gab dass das schon ein sehr starkes Mobilisierungsthema ist.

00:23:30: Auch die AfD wird sehr stark mobilisieren und das als Rückenwind für MV und Berlin nutzen.

00:23:35: Aber wahrscheinlich wird es ein Stück weit so sein, dass entsprechend der Sozialstruktur des Landes die AfD ja eher in ruralen, in ländlichen Regionen stark ist und dort sozusagen dann auch im Mecklenburg-Vorpommern sich wahrscheinlich mehr Rückenwind aufgrund des Wahlergebnisses in Sachsen-Anhalt verschaffen kann und in Berlin der gegenteilige Effekt

00:23:54: eintritt.".

00:23:59: vielen Leuten vielleicht noch einmal klarer geworden ist, oh ja das is ernst mit der AfD.

00:24:03: Das sind nicht nur Umfragen wo die gut dastehen oder meistens an der Spitze liegen sondern sie werden dann tatsächlich auch gewählt.

00:24:10: also deshalb nochmal die Frage wird es zum Aufbruch ihrer Gegner auch in unserer Gesellschaft?

00:24:16: Ja dass das wäre zu hoffen, dass das einen Aufbruchs darstellt.

00:24:18: ich glaube wir sind hier im Ostpodcast, dass wir da zwischen Ost und Westdeutschland auch ein Stück weit differenzieren können.

00:24:23: In Ostdeutschnand ist das hier klar, dass die Lage sehr ernst ist.

00:24:28: Vorgekommens-Zivilgesellschaft wird hier auch seit Jahrzehnten im Grunde durch rechtsextreme Akteure beackert.

00:24:34: Und da geht ein Stück weit die Saat für die AfD aus, das ist vielen im Westen gar nicht so knar.

00:24:38: Da ist wenn man dort sich in die Zivilgesäfte hineinbegibt natürlich ganz andere Muster zu erkennen und von daher ist es glaube ich für unsere westdeutschen Landsleute ganz gut zu sehen wie ernst die Lage inzwischen ist.

00:24:51: Mein Punkt ist dann immer der wurde früher als Abon Gartese ein Stückweit diskutiert.

00:24:55: jetzt kann man das nicht mehr sagen dass das abon gartes Was ich damit sagen möchte, das sehen wir auch in anderen ostdeutschen Bundesländern.

00:25:02: Und im Grunde wüsste ich nicht warum sich ähnliche Entwicklungen nicht auch in Westdeutschland... sozusagen wiederholen können oder vollziehen werden, weil auch dort die Bindung an die Großorganisationen ja im Grunde nachlassen.

00:25:16: An die Kirchen und die Gewerkschaften, an die etablierten Parteien insbesondere die Volksparteien, wenn wir also wahrscheinlich auch mit einiger zeitlicher Verzögerung ähnliche Entwicklungen sehen.

00:25:26: aber unterm Strich bleibt natürlich die westdeutsche Gesellschaft reserienter.

00:25:30: Die ist ressourcenstärker als die ostdeutschische.

00:25:32: Die isst viel anfälliger bei Ressourcen oft nicht da sind Netzwerke nicht dar sind.

00:25:35: Insofern kann die Westdeutscher Gesellschaft geben schon mehr entgegen Aber die Entwicklungsrichtung ist eine ähnliche.

00:25:42: Da würde ich sagen, Ostdeutschland ist eher das Normal im europäischen Vergleich und Westdeutsche Land die Ausnahme.

00:25:48: Wir diskutieren es ja sonst mal anders, wo man sagt, Auslandschaft ist abweichen und WestDeutschLand ist als Mehrheitsgesellschaft der Standard aber ein Verstelle ist westdeutscher Land die ausnahme.

00:25:55: wirklich sagen

00:25:57: Herr Höhne Damit soll es das für heute erst mal gewesen sein.

00:26:01: Ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihre Expertise, für den ausgewogenen Blick in ganz viele Bereiche die jetzt wichtig sind und ich hoffe wir hören uns bald wieder im Podcast.

00:26:09: Herzlichen Dank!

00:26:12: Danke!

00:26:20: Auf jeden Fall wird es ja eine Professionalisierung der AfD geben und auch eine Normalisierung dadurch wenn sie jetzt wirklich regieren würde.

00:26:27: Und schon jetzt gibt es auch Leute, die Angst vor der Zukunft haben unter einer AfD-Regierung.

00:26:31: Aber es gibt auch viele, die eben neue Räume öffnen wollen.

00:26:43: Mehr als siebzig Prozent der Menschen die AfD gewählt haben, sondern du warst auch in Halle.

00:26:47: In der Stadt Halle an der Saale und dort im Stadtszentrum da haben ja die Grünen drein-dreißig Prozent bekommen.

00:26:54: Der Zweitstimm und die Linken, die haben dort einen Direktkandidaten tatsächlich durchgesetzt.

00:26:58: das ist ja eine Seltenheit gewesen bei dieser Wahl.

00:27:02: Was genau hast Du denn dort erlebt?

00:27:05: Welche Gefühle welche Gedanken haben die Menschen dort jetzt?

00:27:08: Also es gibt eben auch noch ein anderes Sachsen-Anhalt und das muss man immer zeigen, finde ich.

00:27:12: Es gibt eben ganz viele Menschen die tatsächlich auch schockiert waren, traurig waren... Auch nicht mehr erst mal im ersten Moment wussten wie sie jetzt damit umgehen sollen dass die AfD jetzt bald die Regierung übernimmt weil sie eben auch lange dafür gekämpft haben dass es nicht so kommt.

00:27:28: Am Steintor in Halle, mitten in der Innenstadt gibt es jetzt in so einem Park ein Sofa.

00:27:34: So heißt das sozialer Ort für alle.

00:27:35: Das ist ehrenamtlich aufgebaut worden von Nachbarschaftsinitiativen und Studierenden Und da soll eben ein Raum für alle sein auch einen Schutz für Leute die jetzt vielleicht Angst haben Aber eben auch so ein Dialogformat wo man sich trifft Wo man auf Menschen zugehen kann.

00:27:49: Es gab dann eine Spielecke Es gab Pin-Wende wo man ranschreiben konnte wie man sich fühlt Es gibt Konzerte das Essen, was ausgeteilt wurde.

00:27:59: Und ich finde ... Das ist auch ganz interessant, dass man hier auf die Menschen emotional zugehen will wie sie eben die AfD gemacht hat und was das alles so bedeutet.

00:28:08: emotional?

00:28:08: Auch für die Menschen, dass jetzt eben die AFD kurz vor der Regierung steht.

00:28:12: Darüber habe ich mit Alexander Prinz sprechen können.

00:28:14: ihr kennt ihn ja schon aus unserem Podcast.

00:28:15: wenn ihr die ersten Folgen gehört habt könnt ihr noch mal nachhören verlinken wir euch gerne.

00:28:20: er lebt in Hallesale und tritt als YouTuber mit großer Reichweite auf.

00:28:24: mit seinem Account Der dunkle Parabelritter ist er ja auch engagiert für die Demokratie.

00:28:29: Und wir haben miteinander gesprochen, zu dem Zeitpunkt war ich noch in Magdeburg eher in Halle und da habe ich auch gemerkt wie betroffen er eigentlich ist und wie enttäuscht über dieses Wahlergebnis.

00:28:38: Hören wir mal rein!

00:28:39: Ich persönlich bin konsterniert würde ich sagen weil ich im Verlauf der letzten Tage tatsächlich mit einem anderen Wahlergeben gerechnet hätte.

00:28:50: es war so eine Aufbruchsstimmung.

00:28:52: viele auch aus Berlin kommende Signale waren, okay jetzt wir haben es jetzt endlich verstanden.

00:28:58: Wir wollen jetzt bei den Menschen sein und sozusagen den Problem irgendwie nähern.

00:29:05: Damit meint Alexander Prinz ja die Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt.

00:29:09: Was dort jetzt passiert, das ist schon ziemlich unübersichtlich finde ich.

00:29:13: es gibt hier auch jeden Tag jede Stunde da was Neues und letztlich weiß noch niemand so richtig wie's nun wirklich weitergeht.

00:29:20: wird die AfD sich auf eine Zusammenarbeit mit dem BSW einlassen?

00:29:24: Und wenn ja unter welchen Bedingungen?

00:29:27: Ja, das ist sehr schwierig und glaube ich in der AfD sogar ein bisschen umstritten.

00:29:30: Also Ulrich Siegmund, der Spitzenkandidat, der zögert ein bisschen wegen dieser wackeligen Mehrheit – ja er noch gar nicht hat!

00:29:36: Aber der Bundesvorstand der AfD dringt darauf dass man jetzt die Macht wirklich nimmt weil es eben auch um einen Zwischenschritt zur Macht in Deutschland gehen soll und zur Kanzlerkandidatur von Alice Weidel.

00:29:48: Aber im Parlament muss man das ja auch noch durchsetzen.

00:29:50: Das eine ist, den Wahlkampf zu machen und so viele Stimmen zu holen, so viele Nichtwählen auch zu motivieren.

00:29:55: aber jetzt muss man ja im Parlament diese Mehrheit organisieren und da ist die AfD natürlich nicht so erfahren.

00:30:02: Und deswegen ist jetzt auch die Frage, wird es vielleicht eine Minderheitsregierung unter Tolerierung des BSW geben oder findet sich dann doch gar kein Weg für die AfD.

00:30:10: Wenn sie jetzt nicht auch noch wirklich Überläufer motivieren kann aus der CDU, eine stabile Mehrheit für eine Regierung zu bilden und dann sagt ja schon Ulrich Siegmund naja dann machen wir halt nochmal Neuwahlen in der Hoffnung Dann werden wir auf jeden Fall die Mehrheit bekommen.

00:30:23: Die CDU liegt ja schon am Boden nach dieser Wahl und jetzt zerlegt die sich auch noch innerparteilig, wie man beobachten kann.

00:30:30: Sven Schulze der noch amtierende Ministerpräsident, der bisher auch Landesvorsitzender der CDU ist in Sachsen-Anhalt hat angekündigt dass im November oder Dezember dieser Landesschef der Partei erst mal neu gewählt werden soll.

00:30:43: Er hat auch gesagt er will dann zumindest standjetzt nicht mehr antreten.

00:30:47: Aber gleichzeitig hat Schulze sich jetzt zum Chef der neuen ja nur fünfzehnköpfigen Fraktionen der CDU wählen lassen, die dann im Landtag Oppositionsarbeit machen will.

00:30:58: Dass da wiederum – du hast es ja kurz angesprochen eben Robert – ein abgeordneter Springenwürde also wechseln würde zur AfD um Siegmund die Mehrheit zu beschaffen oder ihn zumindest näherzubringen das schließt Schulze jetzt aus.

00:31:12: er setzte auf die Geschlossenheit der Fraktion hat er gesagt.

00:31:15: Aber er hat auch einen ziemlichen Gegenspieler, der jetzt überall aufgetreten ist.

00:31:20: Den man vorher glaube ich nicht kannte wenn man sich damit nicht sehr beschäftigt hat und das ist Zeb Müller, ein ganz junger Bundestagsabgeordneter!

00:31:28: Du hast den erlebt.

00:31:29: was hattest denn Aufsicht mit Zeb Müller?

00:31:31: Naja erstmal ist ja eine Erscheinung schon, weil er über zwei Meter groß ist und der kam da mit einem E-Roller an zu einer dieser Krisensitzungen die auch bizarrerweise in so ein Gewerbegebiet am Rande von Magdeburg stattgefunden hat.

00:31:44: Und da trat er dann vor die Presse nach dieser Sitzung nachdem ihm Schulze gesagt hatte ich werde jetzt nicht mehr Landesschef und sagte eben Ich will das jetzt machen!

00:31:52: Ich will neuer Landeschef werden.

00:31:54: Aber er hat glaube ich noch nicht damit gerechnet, dass Schulze dann am nächsten Tag sagt na gut.

00:31:58: Dann mache ich eben die Fraktion wenn du jetzt Landeschef wirst.

00:32:00: also dieses Ringen darum um die Macht.

00:32:02: das hört jetzt nicht sofort auf.

00:32:04: ne und ob der Sepp Müller wirklich ein Hoffnungsträger ist es ja noch so.

00:32:08: die Frage ihr habt jetzt am Schluss den Wahlkampf von der CDU und von Sven Schulze auch ziemlich torpediert hat hinterher auch gesagt Sven Schulz ist dafür verantwortlich Der muss jetzt zurücktreten und das kann man ja auch sicherlich so vertreten Und gleichzeitig haben das auch viele in Sachsen-Anhalt kamen das nicht überall so gut an dass jemand da sozusagen schon das Messer gezückt hat.

00:32:26: Und dieses Machtgebahn, glaube ich, dieses hin- und ja jetzt in der CDU ... Ich weiß auch gar nicht ob es bei den Menschen so gut ankommt.

00:32:33: Und Alexander Prinz sieht das genauso?

00:32:35: Was, glaub ich, die meisten hier sich wünschen also mehr als fünfzig Prozent ist, dass sich etwas ändert.

00:32:42: Das kann man sagen und ich glaube, das haben jetzt hoffentlich ... Also sollten alle verstanden haben, dass ein klarer Kurswechsel gefordert ist die AfD jetzt nicht regieren sollte, wenn es irgendeine Option gibt mit Neuwahlen

00:32:55: etc.,

00:32:55: dass das in der Bundespolitik in der gesamten Haltung wie Politik aktuell gemacht wird.

00:33:00: In der Krisenzeit.

00:33:02: Wenn sich daran etwas ändern würde, dass die demokratischen Kräfte über die Parteigrenzen hinweg beispielsweise eine andere Herangehensweise an Kommunikation und Emotionen auch Nachhaltigkeit der eigenen Perspektive Postengeschach aus beispielsweise, also wenn der Eindruck erwecken würde wir sitzen alle im selben

00:33:26: Boot

00:33:27: und versuchen jetzt diese Krisensituation zu überstehen.

00:33:31: Also ich sehe das wie Alexander Prinz und ich denke auch, die AfD hat jetzt einen ganz klaren Auftrag bekommen, die Regierung zu bilden.

00:33:36: Und jetzt sollte sie das auch tun und sich da überhaupt jetzt mal ein Zeug legen, das hinzugekommen?

00:33:41: Die anderen sollten Sie jetzt auch machen lassen und nicht auch noch einen überparteilichen Ministerpräsidenten suchen, wie es zum Beispiel die Grünen vorschlagen.

00:33:48: Alexander Prinze jedenfalls hat mir dazu gesagt...

00:33:51: Als Beobachter von außen würde ich sagen, lass sie mal machen!

00:33:55: Ich bin gespannt was passiert.

00:33:57: also einfach weil dass was passiert, also rein experimentell interessant sein könnte.

00:34:02: Aber ich sitze ja mitten im Labor!

00:34:04: Und er hat auch geschildert wie die Leute so reagieren?

00:34:07: Einige sagen jetzt erst recht keine Chance, ich werde meine Heimat nicht verlassen... Ich wüsste jetzt auch nicht warum und die müssen mich quasi schon raustragen, das sich hier aufhöre für die Demokratie zu kämpfen.

00:34:17: Es gibt aber auch einige, die jetzt resignieren.

00:34:19: Nicht unbedingt Sachsen-Anhalt verlassen, aber bereit sind es zu tun falls es so schlimm wird wie befürchtet.

00:34:26: Wir werden auf jeden Fall mit Alexander Prinz regelmäßig sprechen, um zu erfahren was los ist bei ihm in Halle und wie es ihm geht.

00:34:33: Denn er sagt auch

00:34:34: Ich bleibe auf jeden fall auch ja bis sie mich raustragen.

00:34:41: Eine andere Frage beschäftigt mich noch nach dieser Wahl nämlich das Verhältnis zwischen Ostdeutschen und Westdeutsch.

00:34:48: Vielleicht habe ich da ja nur irgendwie ein begrenztes Bild, aber meine Wahrnehmung ist schon das sich mit diesem AfD-Wahlsieg des Trennende zwischen Ost und West wieder verstärkt.

00:34:58: Und dass es einfach ein wahnsinnig großes Unverständnis gibt im Westen über einen Einführungszeichen den Osten!

00:35:06: Ich möchte dazu einmal zitieren aus einem Kommentar der sich bei taggespiegel.de findet – bei deinem Text Robert zu den AfD- Wählern im Burgenlandkreis.

00:35:16: Das die Tat lautet so... Wir sind nicht ein Volk und wir werden es auch nicht mehr werden.

00:35:22: Dieses kindische, derarme Osten-Mimi-Mi ich kann's nicht mehr hören!

00:35:26: Die ewigen Opfer die ewigen Bürger zweiter Klasse die ewig benachteiligten hört sich an wie die Deutschen in den zwanziger Jahren.

00:35:33: oh warte mal da war ja später was?

00:35:36: Nein, der Osten ist dabei sich zu deserhohieren und ich bin nicht mehr bereit dem Osten irgendeinen Opferstatus zu gewähren oder eine Sonderlocke zukommen zu lassen.

00:35:45: Die Menschen wollen für vollgenommen werden?

00:35:47: Na bitte jetzt werden sie es!

00:35:49: Und wer verschristen will, der wird auch wie einer behandelt.

00:35:52: Ostdeutschland nein danke

00:35:54: Puh ziemlich hart oder?

00:35:56: Ja das ist ziemlich hart fand ich auch.

00:35:58: OstDeutschlands nein Danke Aber es könnte schon sein dass das nun vielleicht viele denken im besten auch in Anführungsstrichen.

00:36:07: Und ein bisschen muss ich sagen, kann ich das auch schon nachvollziehen?

00:36:11: Auch wenn es natürlich total klar ist dass man nicht professionalisieren darf und sollte und auch wenn's ungerecht ist und vor allem auch wenns einfach mal gar nicht hilft.

00:36:20: Ja und ich finde, man darf sich das auch nicht zu leicht machen.

00:36:23: Auch nicht im Westen, im alten Westen und sagen dass es jetzt ein ostdeutsches Problem ist weil dieses Problem ist ein europäisches Problem und auch ein westdeutsches Problem ist eine gesamtdeutsche Probleme.

00:36:31: die AfD Und mein Gefühl aber trotzdem auch da brechen jetzt alte Gräben auf die eigentlich ganz gut zugeschüttet waren.

00:36:38: Aber Es geht weniger finde Ich heute um Ost oder West jetzt bei dieser AfD-Wahl, sondern es ist glaube ich auch eine wirkliche Wahl des Landes gegen Berlin gewesen.

00:36:48: Also gegen dieses Bundesberlin und eben gegen diese Entkopplung von Land und Stadt.

00:36:54: Und viele auf dem Land sagen eigentlich auch mit dieser Stimme vergesst uns nicht ja das Signal wurde auch von der AfD gesetzt aber sie setzt ja eben nicht auf dieses Zusammenführen und dass es eben das Problem was jetzt sicherlich kommen wird und das ist eben nicht nur ein Ost-Westthema.

00:37:11: Also, mich stimmt das tatsächlich traurig.

00:37:13: Ich habe das ja so viele Jahre erlebt als Westdeutsch sozialisiert im Osten arbeitend und ich hatte wirklich das Gefühl dass wir da endlich viel erreicht haben und ich hab jetzt den Eindruck, dass das jetzt Schaden nimmt.

00:37:28: also manches geht einfach wieder von vorne los und ich glaube es ist vor allem

00:37:33: ich hoffe ich bin optimistischer und denke viele Sachen dann haben wir auch schon gewonnen miteinander mehr nehmen lassen.

00:37:40: Aber es gibt halt Wut jetzt auf beiden Seiten, da sollte man sich aber vielleicht auch nicht zu sehr davon leiten

00:37:46: lassen.".

00:37:48: Ja das ist leicht gesagt!

00:37:49: Also ich glaube das wird vor allem für den Osten wirklich schlecht sein wenn es sich so verstärkt oder fest setzt im Westen weil der Osten der braucht nämlich ob man das nun hören will oder nicht ja aber er braucht schon das Vertrauen und das Wohlwollen derer die eben die Investitionsmittel haben, die im Westen sitzen.

00:38:07: Die Unternehmen lenken und die dann schon die Entscheidung treffen wo sieht denn wir uns an?

00:38:12: Wo bauen wir aus?

00:38:13: Und dabei geht es ja nicht um Hilfe oder um eine Herablassung oder so sondern das geht tatsächlich um Wirtschaftsinvestition auf Augenhöhe an attraktiven Standorten.

00:38:22: und wenn der Osten so nicht mehr attraktiv ist tja davon hängen eben ne ganze Menge Regionen ab und wenn da nichts mehr isst in der Zukunft ja dann wird's eben noch düsterer.

00:38:30: also schade.

00:38:32: Na ja, was da auf jeden Fall helfen kann, miteinander im Gespräch bleiben.

00:38:35: Das ist wirklich das Wichtigste sich auch wirklich zuhören und den Menschen die Sorgen haben zu hören.

00:38:40: Und dafür wollen wir hier ganz unabhängig davon wie man politisch denkt einen Beitrag leisten.

00:38:45: Wir freuen uns deshalb immer über Austausch mit euch, über Kommentare unter unserer Folge oder per Mail an Podcastet-Tagespiegel.de.

00:39:02: Soll ich dir mal verraten, liebe Sabine?

00:39:04: Was mein Lieblingsfach war in der Schule.

00:39:06: Astronomie!

00:39:08: Also wir haben das immer Weltraumkunde genannt.

00:39:09: Diese unendlichen Weiten diese Freiheiten und auch irgendwie die Gewissheit dass wir auch nur so ein kleines Korn sind was da irgendwann verglühen wird.

00:39:18: Und man musste sicher nicht wie ein politischer Weltkund jetzt damit befassen wie schlimm der Westen ist und wie toll der Sozialismus Sondern dass wir eben dann am Ende irgendwie alle zusammen gehören und eine Erde sind.

00:39:28: Also ich hatte Astronomie nicht in der Schule, meine Grundschule war ja in West-Berlin.

00:39:32: Aus meinem Klassenraum konnte ich über die Mauer gucken auf den Todesstreifen nach Leinmachno und wir haben also nicht so sehr im Weltraum geschaut.

00:39:42: aber heute mache ich das sehr gerne und deshalb finde es ganz spannend dass wir jetzt eine Perspektive einnehmen, die eine ganz andere ist was Raum und Zeit angeht

00:39:52: Denn wir schauen heute wirklich mal in den Weltraum, in die Entstehungsgeschichte unseres Universums.

00:39:57: Naja und wenn man das macht da erscheint ja Landtagswahlen auch ein bisschen klein dagegen oder?

00:40:01: Ja auch mal ganz wohltont für einen Moment Diesen Blick auf das ganze, das große Ganze.

00:40:07: Den haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Deutschen Zentrum für Astrophysik da es seit Anfang des Jahres in der Lausitz zu Hause ist Und ganz viele Menschen wissen es nicht aber schon jetzt forschen da hundertfünfundzwanzig Menschen und von Monat zum Monat werden dies mehr.

00:40:22: Dieses Zentrum ist im Aufbau begreffen und Der künftige Hauptstandort wird in Görlitz sein.

00:40:28: Die sagen selber sie sind damit im Herzen Europas und ich finde das klingt sehr gut.

00:40:33: Und die Entscheidung, dass in Sachsen dort Grundlagenforschung betrieben wird.

00:40:39: Die war eine ziemlich bewusste Entscheidung.

00:40:41: Ja und das hat ja wirklich damit zu tun, dass es hier diesen Strukturwandel in der Region gibt vom ehemaligen Braunkohlerevier zum Standort für Wissenschaft und Hochtechnologie.

00:40:50: und damit hat's natürlich auch zu tun ,dass in unmittelbarer Nähe eben mehrere Hochschulen sind Universitäten wissenschaftliche Einrichtungen mit diesen Schwerpunkten.

00:40:57: Das berühmte Silicon Saxony würden wir jetzt in Sachsens sagen.

00:41:02: Auf der anderen Seite bietet ja auch die Lausis etwas, was die Forscher einzigartige Ruhe nennen und damit ist jetzt nicht etwa diese dünne Besiedlung dort des Landstrichs gemeint.

00:41:11: Das stimmt das es ist nichts sondern es geht um das Granitgestein der Lausitz.

00:41:15: und dass für die Wissenschaft echten wahrer Schatz.

00:41:18: denn unsere Erdoberfläche habe ich gelernt die wird hier rund um die Uhr und eigentlich an jedem Ort der Welt von sogenannten seismischen Wellen durchdrungen allerdings nicht dort in der Lausitz.

00:41:30: Denn dieser unterirdische Granitstock, der gehört zu den ganz wenigen Plätzen weltweit, der diesen Wellen sozusagen Stand hält und deshalb herrscht dort eine seismische Ruhe.

00:41:46: In dieser Ruhe, da planen die Forscher neuartige Instrumente zu entwickeln.

00:41:51: Mit dem sie wiederum ganz andere Wellen aufspüren wollen, die ganz eng zu tun haben mit der Relativitätstheorie von Albert Einstein und die für uns ja eigentlich kaum begreifbar sind.

00:42:02: Das sind nämlich die Gravitationswellen.

00:42:05: Und das sind Wellen in der Raumzeit!

00:42:09: Die werden ausgelöst... ablesen, so wie wir es vorbereitet haben.

00:42:14: Weil das muss man erstmal verstehen!

00:42:16: Die werden durch beschleunigte Masse ausgelöst und die können sich auf ganz weit entfernte Orte auswirken.

00:42:21: Und wenn irgendwo im Universum – man stelle sich das vor zwei schwarze Löcher kollidieren – dann kann man sagen, die Wissenschaftler diese Gravitationswellen, die dabei entstehen auch auf unserem Planeten messen.

00:42:35: Das kann man eben ganz besonders in der seismischen Ruhe dort in der Lausitz.

00:42:41: Ach, wie schön!

00:42:42: Das stellt man sich doch eher wirklich interessant und entspannend vor.

00:42:45: Und in diesem besonderen Lausitzgranit wollen die Astrophysiker jetzt so ein richtiges Forschungslabor bauen – zweihundert Meter tief unter der Erdoberfläche und erste Probebohrung dafür gibt es schon Genau.

00:42:57: und wenn ihr, liebe Hörerinnen und Hörere jetzt Lust habt da buchstäblich tiefer einzusteigen in diese Materie dann empfehlen wir euch nach Görlitz zu fahren.

00:43:05: Da ist nämlich am neunzehnten September von zehn bis fünfzehn Uhr der tagte offenen Tür am deutschen Zentrum für Astrophysik am Postplatz Und da kann man auch dieses geplante Untergrund Labor betrachten.

00:43:18: Und das wird da im Mittelpunkt stehen und die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die werden auch eine Bohranlage zeigen und natürlich Einblicke einfach in ihre Arbeit geben.

00:43:27: Für uns war das jetzt auf jeden Fall spannend genug In den vergangenen Tagen.

00:43:31: wir atmen mal ganz kurz durch Natürlich immer mit einem Auge oder vielleicht sogar zwei Auf Sachsen-Anhalt und oft die nun folgenden Wahlen in Mecklenburg vor Pommern und Berlin.

00:43:40: Wenn wir uns in einer Woche wieder hören dann sind wir vermutlich schon ein bisschen schlauer wie es in Sachsens Anhalt weitergeht.

00:43:46: Bis dahin, empfehlt uns gerne weiter.

00:43:49: Schreibt uns eine Bewertung wenn euch dieser Podcast gefallen hat und natürlich auch wenn nicht und lasst uns gern in den Kommentaren wissen welche Fragen und welche Gedanken ihr denn zu der aktuellen Lage habt.

00:44:00: Les dazu auch unseren kostenlosen Newsletter im Osten!

00:44:04: Wir danken euch auf jeden Fall fürs Zuhören und unserer Kollegin Mona Schröder für die Mithilfe bei dieser Folge.

00:44:10: Auf bald aus dem Osten Für alle

00:44:15: Im Osten

00:44:16: wo Deutschland sich entscheidet

00:44:18: ist ein Podcast vom Tagesspiegel.

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