Regierungsauftrag für die AfD in Mecklenburg-Vorpommern?
Shownotes
Knapper Vorsprung für die AfD, eine „Aufholjagd" für die SPD: Mecklenburg-Vorpommern hat gewählt und die CDU fliegt erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik aus einem Landesparlament. Sabine Schicketanz und Robert Ide analysieren in dieser Folge das Ergebnis der Wahl und sprechen mit Stefanie Witte aus dem Tagesspiegel-Hauptstadtbüro darüber, wie es jetzt mit der AfD im Bundesland weitergeht und was das Ergebnis für die Bundespolitik bedeutet.
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- Stefanies Text dazu, warum der AfD-Sieg kein Durchbruch ist
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Credits:
- Moderation: Sabine Schicketanz und Robert Ide
- Redaktion: Myriel Desgranges und Sonja Gillert
- Schnitt und Produktion: Lilian Hoenen
- Sounddesign und Musik: Milan Lukas Fey
- Foto und Covert-Art: Lydia Hesse und Manuel Kostrzynski
Transkript anzeigen
00:00:02:
00:00:06: Das Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern können wir nicht schön reden.
00:00:10: Es ist ein Desaster!
00:00:16: Endlich mal mit klaren Worten kann man sagen, er hat am Sonntagabend die schlimmste Niederlage seiner CDU jemals bei einer Landtagswahl in Deutschland eingeräumt.
00:00:24: Nämlich in Mecklenburg-Vorpommern und auch in Berlin in der Hauptstadt hat die CDU verloren und steht da vor dem Verlust der Regierungsmacht.
00:00:31: Und es ist ja wirklich sehr ungewöhnlich dass der Kanzler direkt nach der ersten Prognose also noch vor der ersten Hochrechnung vor die Presse tritt und die Flucht nach vorn antritt.
00:00:40: Ja denn er selbst steht her hart unter Druck und gerade in McPomb wurde's für die CDU Die ganze Nacht noch zu einer Zitterpartie.
00:00:47: Drinnen im Landtag, nicht drin, drin ... Nicht drin!
00:00:52: Am Ende eben nicht drin und das ist wirklich das schlimmstmögliche
00:00:55: Desaster.".
00:00:57: Die Wahl im Nordosten hat aber auch Wahlgewinner hervorgebracht – und zwar zwei.
00:01:03: Einerseits ist es die AfD, die zwei Wochen nach Sachsen-Anhalt in Mecklenburg-Vorpommern stärkste Kraft geworden ist mit gut thirty- acht Prozent.
00:01:12: Aber auch die zweitplatzierte Im Nordosten ist eine Wahlgewinnerin, Manuela Schwesig und ihre SPD.
00:01:20: Sie hat einen Aufholjagd hingelegt und es dann bei thirty-fünf Prozent gelandet hinter der AfD allerdings.
00:01:27: Das bedeutet für Ihre bisherige rot-rote Koalition reicht es nicht mehr.
00:01:33: Wahrscheinlich wird die Regierungsbildung jetzt mit den Grünen stattfinden müssen, die's mit knapp fünf Prozent in den Landtag geschafft haben.
00:01:40: Ganz knapp nicht geschafft hatte es dagegen das BSW!
00:01:44: Der Wahlsonntag war auf jeden Fall dramatisch und auch wieder historisch.
00:01:49: Die AfD ist inzwischen die führende Kraft in Ostdeutschland, selbst wenn sie bisher gar keine Regierung bilden konnte.
00:01:55: aber in Sachsen-Anhalt will sie das ja jetzt tun.
00:01:57: Die bisherigen Volksparteien haben überall Stimmen verloren insbesondere die Eins zu stolze und gerade im Osten so starke CDU.
00:02:05: was diese dramatische Nacht nicht nur für den Osten bedeutet Das erfahrt ihr in dieser Sonderfolge Im Osten wo Deutschland sich entscheidet Mit Robert Ide und Sabine Schicke-Tanz.
00:02:25: Ein kurzer Transparenzhinweis zu beginnen, Redaktionsschluss für diese Folge war Mitternacht.
00:02:31: Eines steht auf jeden Fall fest!
00:02:33: Es war ein wahnsinnig polarisierter Wahlkampf in Mecklenburg vor Pommern SPD gegen AfD Und Manuela Schwesig ist tatsächlich der AfD ziemlich dicht auf die Fersen gekommen.
00:02:44: Aber das ist auch geschehen auf Kosten der anderen Parteien, auch der Partei in der demokratischen Mitte.
00:02:49: Sie hat dazu aufgerufen SPD zu wählen mit zwei Stimmen einer taktisch wählen.
00:02:54: Kampagne gab es nicht und darüber hat sich die Linke noch am Wahlabend bitter beschwert.
00:03:00: und die Grünen hätten es fast nicht in den Landtag geschafft.
00:03:04: Und das BSW war ja auch überraschend stark.
00:03:06: Nicht nur die AfD konnte viele bisherige nicht-wähler für sich gewinnen, laut Wählerwanderung waren es in Mecklenburg-Vorpommern knapp siebzigtausend Leute sondern eben auch das Wahlbündnis von Sarah Wagenknecht Die Populisten hat ja durch diesen öffentlichen Flirt mit der AfD ihre Partei zwar gespalten aber eben auch viele neue Stimmen erobern können Von Protestwählern, die nicht die AfD wählen wollen Aber eben auch nicht die etablierten Parteien.
00:03:30: Schauen wir doch noch mal auf die SPD und Manuela Schwesig.
00:03:33: Die hat sich ja im Wahlkampf wirklich als Landesmutter gegeben, sie war sehr viel präsent vor Ort, sie War sehr viel zu sehen auf Social Media Und Sie hatten Wahlkampf gemacht so zugespitzt wie Dietmar Woidke damals in Brandenburg zwanzig vierundzwanzig und gesagt Ich oder die AfD.
00:03:50: Dazu kommt, sie hat bundespolitisch Themen gesetzt wie zum Beispiel ihre Ablehnung der Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach forty-fünf Beitragsjahren wo sie ganz klar Kante gezeigt hat nach Berlin.
00:04:01: und ich denke das hat bei den Leuten die noch offen sind für eine demokratische Partei der Mitte durchaus verfangen.
00:04:09: Denk, man muss bilanzieren was Schwesisch angeht.
00:04:11: Sie ist damit bundespolitisch wieder im Spiel!
00:04:14: Sie ist wieder auf der Bühne.
00:04:15: es wird in Berlin zumindest in der SPD nicht viel entschieden werden können künftig über ihren Kopf hinweg und das könnte schon sein dass ihr das dann auch das Regieren und das Schmieden eines Bündnisses in Schwerin leichter macht.
00:04:28: Ja, kann sein und vielleicht wird sie ja auch sogar die neue Kanzlerkandidatin.
00:04:32: Wer weiß schon aber trotzdem ist der Preis ja doch sehr hoch.
00:04:36: das Parlament in Schwerin selber ist ziemlich zerklüftet.
00:04:39: Die Mehrheit ist knapp also Schwesig hat schon auch sehr hoch gepokert.
00:04:43: zwischendurch sah es sogar so aus als sei es zu hoch gewesen.
00:04:47: Sie wollte unbedingt die AfD schlagen.
00:04:49: Sie wollte sie auch auf Platz zwei zwingen und sich selbst irgendwie unschlagbar machen, auch in der SPD.
00:04:54: Doch sie hat sich so das Regieren auch ein bisschen selbst schwer gemacht Und jetzt diese Partner auch ein bißchen verprällt mit denen sie jetzt wieder regieren muss.
00:05:01: also die muß er jetzt erst mal wieder für sich gewinnen.
00:05:03: Die Frage bleibt allerdings offen und auch dass es ja eine parallele zur Woitke hätte.
00:05:08: sie ist geschafft ohne diese Polarisierung Hätte sie's überhaupt auf die von drei sechs Prozent geschaffen?
00:05:13: Das sind klar aber natürlich auf Kosten ihrer Partner Also zum Teil.
00:05:17: Das stimmt,
00:05:18: das stimmt!
00:05:18: Diese Linken im linken Lager die Stimmen sind zum Teil eben zu ihr auch rübergewandert und ansonsten hätte sie jetzt stärkere Regierungspartner.
00:05:27: Das ist richtig.
00:05:28: aber die SPD hat ja auch eine Menge Stimmen verloren an die AfD und das Abschleinen liegt natürlich auch an der wirklich starken AfD in Mecklenburg-Vorpommern.
00:05:38: Die hat ja tatsächlich, obwohl sie ein nicht mal so starken Spitzenkandidaten hat mit Live-Erik Holm.
00:05:44: Wenn man das vergleicht mit Ulrich Sigmund in Sachsen-Anhalt, hat sie ihren Vorsprung doch tatsächlich knapp ins Ziel gebracht und dazu hat Parteichef Tino Kropalla dann Folgendes gesagt
00:05:55: Wir haben hier ganz klar den Regierungsauftrag wir haben uns auch mehr als
00:05:59: verdoppelt.
00:05:59: also erstmal sensationell und wir werden auch allen Parteien Gespräche
00:06:02: anbieten.
00:06:03: Gut, ob die anderen Parteien darauf eingehen werden?
00:06:05: Das wird man sehen.
00:06:06: Wahrscheinlich nicht!
00:06:07: In MV ist ja die AfD auch vom Verfassungsschutzen nicht als gesichert rechtsextremen eingestuft worden wie sonst in Ostdeutschland.
00:06:13: das muss man ja auch wissen.
00:06:14: sie ist eben auch nicht ganz so radikal hier aber sie war eben auch nie ganz so erfolgreich wie in Sachsen-Anhalt.
00:06:22: Was der Wahlerfolg in Mecklenburg-Vorpommern für die AfD bedeutet und wie es jetzt weitergeht mit dieser Partei?
00:06:28: Darüber sprechen wir mit Stefanie Witte, der stellvertretenden Chefin des Hauptstadtbüros beim Tagespiegel.
00:06:40: Willkommen liebe Stefanie bei unserem Podcast!
00:06:43: Eigentlich wollten wir dich ja aus Schwerin zu schalten.
00:06:45: du wolltest und solltest bei der Wahlpartie der AfD dabei sein.
00:06:48: Warum bist Du hier in
00:06:49: Berlin?!
00:06:50: Ja, vielen Dank, dass ich wieder dabei sein darf.
00:06:52: Tatsächlich sollte ich jetzt gerade bei der AfD-Y-Party in Schwerin sein.
00:06:56: allerdings hat die AfD in Mecklenburg-Vorpommern entschieden das der Tagesspiegel nicht akkreditiert wird und es haben sie gestern um kurz vor elf morgens mit geteilt.
00:07:05: aus meiner Sicht absolut chaotisch.
00:07:07: Das ganze läuft seit mehreren Wochen die Akkreditierung.
00:07:10: Ich habe da auch immer wieder nachgehakt und letztendlich hieß es dann aber geht leider nicht.
00:07:14: Ich hab dann noch versucht über andere Wege da doch noch reinzukommen habe auch nachgehagt hat es mit Platzgründen zu tun.
00:07:21: Das hört sich auch schlussig an, wenn man sich die Bilder von dieser Vibe-Party anschaut.
00:07:25: Da sind Kollegen wirklich eingepfercht hinter Eisen getan und dürfen da wohl nur Dixie-Klos benutzen.
00:07:31: also das ist eine neue Qualität im Umgang mit Journalisten.
00:07:34: Ich
00:07:35: wollte sagen es ist ja nicht ganz neu aber in dieser Ausprägung kann wir das noch nicht erlebt.
00:07:40: du hast trotzdem auch von Berlin aus einen guten Blick auf die AfD in Mecklenburg vor Poman.
00:07:45: wie ist das nun?
00:07:47: der Wahlsieger.
00:07:48: Aber trotzdem bleibt es ja dabei, dass die anderen Parteien mit ihr weder reden wollen noch in irgendeiner Form zusammenarbeiten wollen?
00:07:54: Ist das nicht so, dass dann nur die AfD von dieser Abschirmung profitiert?
00:07:59: Also die AfD profitiert auf jeden Fall im Moment.
00:08:01: Die Frage ist, was ist die Alternative?
00:08:03: Denn der Partei fehlt, die Bündnisfähigkeit niemand will mit ihr koalieren und die Frage ist ja, dass die Schuld der anderen Parteien oder ist es die Schuld des AfD?
00:08:11: also wie kommt man aus diesem Dilemma raus?
00:08:14: und Es ist nun mal so das die AfD vielfach sehr radikale Forderungen vertritt und auch nationalsozialistische Symbolik.
00:08:22: Nun ist er in Mecklenburg-Vorpommern dritt er die AfD gemäßig da auf als sonst in Ostdeutschland Und sie muss sich ja jetzt auch mäßigen, auch in Sachsen-Anhalt wo sie ja eigentlich radikaler ist.
00:08:32: Weil sie ja die absolute Mehrheit nicht hat und jetzt irgendwie verhandeln muss dass sie noch in die Regierung kommt und wirklich die Regierung übernehmen kann.
00:08:39: Wie siehst du das?
00:08:40: Fällt das dem Ulrich Siegmund und fällt der AfD schwer?
00:08:43: eigentlich gerade
00:08:44: Ja, das ist eine sehr, sehr gute Frage und ehrlicherweise war das so ne Bemerkung am Rande.
00:08:48: Aber für mich die spannendste des Wahlabends denn da hat ich die Thema Alice Weidel, die Bundeskurvorsitzende gesagt über Sachsen-Anhalt und über Verhandlungen mit dem BSW.
00:08:57: Zitat wenn es Überschneidungen gibt dann können wir das tun meinetwegen auch in der Minderheitsregierung Und das ist total spannend.
00:09:04: Vor zwei Wochen hatten wir diese Situation dass Ulrich Siegmund überhaupt keine Lust drauf hatte mit irgendwem zu sprechen.
00:09:09: er hat gesagt absolute Mehrheit oder eben nicht Neuwahlen standen im Raum Und die Parteispitze hat mehr oder weniger gesagt, so geht das nicht.
00:09:16: Wenn der Wähler ein solch starkes Ergebnis ermöglicht.
00:09:20: und jetzt geht die Partei-Spitze noch einen Schritt weiter und stellt zu Innenrahmen, dass es doch vollkommen okay sein könnte in einer Minderheitsregierung mit Tolerierung des WSW zu agieren?
00:09:29: Insofern ist es jetzt sehr spannend wie es da in den nächsten Tagen weitergeht.
00:09:33: Also schon auf dem Weg zur Macht die AfD eigentlich auch und hat auch diesen Macht Willen jetzt inzwischen entwickelt, würde ich sagen
00:09:39: Die Bundesspitze auf jeden Fall, das ist das Ziel.
00:09:42: Da will man hin.
00:09:43: die Frage ist in den einzelnen Landesverbänden wie viel Arbeit man sich da machen möchte?
00:09:47: Wie professionell man da aufgestellt ist und wie weit man das Personal überhaupt hat dass es umsetzen kann in einer Landesregierung aber ja also das ist seit Jahren der Plan in der Bundesspitz auch konkret Regierungsverantwortung zu übernehmen.
00:10:00: Das wird wahrscheinlich in Mecklenburg-Vorpommern denn noch nicht so kommen muss man festhalten.
00:10:07: Denn das nach den beiden Wahlen, die wir jetzt gesehen haben, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern hast du den Eindruck dass die anderen Parteien, die Parteien der demokratischen Mitte jetzt begriffen haben mit wem sie es da zu tun haben in Form der AfD.
00:10:19: Und haben Sie denn nun tatsächlich Methoden gefunden mit ihr umzugehen?
00:10:25: Ja, zu deiner letzten Frage in einem Wort.
00:10:27: Nein, glaube ich nicht!
00:10:29: Sie wissen schon mit wem sie es da zu tun haben und viele sind jetzt weg von dieser Formulierung man müsste seine Politik nur besser erklären oder man müsste mehr auf die Menschen eingehen und ihnen zuhören.
00:10:38: das ist aus meiner Sicht schon mal ein Fortschritt weil das hat niemanden weitergebracht.
00:10:42: Allerdings hat niemand bisher eine Lösung dafür gefunden, wie man Wellerstimmen zurückholen kann.
00:10:47: Wie man den Narrativen der AfD etwas entgegensetzen kann.
00:10:50: Insofern steht man jetzt vor allem die Lämmer.
00:10:52: Man hat einen immer größer werdenden Block der AfD dem gegenüberstehen aller anderen Parteien in zunehmendem Maße und niemand hat eine Lösung für das dauerhaft gelöst werden
00:11:03: können.".
00:11:03: War noch mal nachgehackt?
00:11:04: Also Manuela Schwesig hat das ja schon relativ stark gemacht gegen die AfD.
00:11:08: Sie hat sie in die Schranken gewiesen und du sagst trotzdem... Es ist trotzdem kein Weg mit ihr wirklich umzugehen, damit gefunden.
00:11:14: Ja das wird nochmal sehr spannend bei der Auswertung der Wahlergebnisse denn Manuela Schwesig hat ja explizit einen Kampf gegen Blau geführt.
00:11:23: Damit hat sie natürlich auch ein Scheinwerfer auf die AfD gerichtet.
00:11:26: also man hätte ja auch sagen können ich will hier gute Politik fürs Land machen Das sind meine Ziele.
00:11:30: aber sie hat ganz klar gesagt Ich bin gegen die AfD.
00:11:33: in diesem Satz kommt aber auch die AfD vor.
00:11:36: Ja, das ist vielleicht ein Problem was uns noch lange beschäftigen wird auch in diesem Podcast.
00:11:40: Jedenfalls vielen Dank heute Abend dass du hier warst und bis bald mal wieder!
00:11:44: Vielen Dank!
00:11:45: Vielen dank Stephanie!
00:11:53: So liebe Savine, was denkst Du?
00:11:55: Was sind die wichtigsten Lehren aus diesen Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern
00:11:58: jetzt?!
00:12:00: Ich denke, man muss feststellen das ist der AfD schon zum zweiten Mal gelungen es zu emotionalisieren mit ihrem Wahlkampf und zwar selbst ohne ganz starke Spitzenpersönlichkeit.
00:12:10: Zu der sich die Menschen hinwenden konnten.
00:12:12: aber es hat trotzdem gereicht allein mit Botschaften mit dem Gefühl von Zugehörigkeit ein Zuspruch zu schaffen und Menschen dazu zu motivieren zu denken sie wählen jetzt mit der AfD eben diesen Wechsel.
00:12:24: Das muss den anderen Parteien das muss der demokratischen Mitte tatsächlich zu Denken geben.
00:12:30: Wie sehr sind sich schon abgekoppelt tatsächlich von der Lebensrealität, von Menschen besonders in Ostdeutschland.
00:12:36: Besonders natürlich im ländlichen Raum die Schwierigkeiten haben wie die Versorgung mit dem ÖPNV, die medizinische Versorgungen und die Gesundheitsversorgung überall.
00:12:46: da muss man hingucken und schauen wo haben die Parteien der Mitte?
00:12:50: Die Einstigen tatsächlich in Ost-Deutschlands ja Volksparteien lücken gelassen die sie jetzt wieder schließen müssen?
00:12:56: ich hoffe das sind Erkenntnisse politischen Berlin hat.
00:13:00: Es ist ja auch noch eine andere Lehre, finde ich.
00:13:03: Dass es doch wirklich sehr starke Spitzenkandidierende braucht.
00:13:07: Manuela Schwesig als langjährige Regierungschefin hat sich mit diesem Kapital dann nochmal nach vorne katapultiert.
00:13:14: Auch als Einzelkämpferin muss man daran erinnern Nordstream war sie schon kurz vor dem Rücktritt mit diesem ganzen Russland-Lobbyismus und sie scheut aber diese Widerstände nicht.
00:13:25: Sie stand da fast allein im Regen und hat das trotzdem irgendwie immer weiter durchgezogen und dadurch irgendwie auch wieder an Kraft gewonnen.
00:13:33: Und wenn man jetzt nach Sachsen-Anhalt schaut noch mal, Ulrich Siegmund war ja auch eine starke charismatische Figur die ihm viele Menschen angezogen hat.
00:13:41: Und ja, Ministerpräsident Sven Schulze von der CDU, der war das eben nicht.
00:13:44: Dafür war er viel zu kurz im Amt nur ein halbes Jahr und er hat auch sehr spät auf so emotionale Themen gesetzt.
00:13:51: Der hat ja Manu Schwesig jetzt auch gemacht Das Frauenbild der AfD thematisiert und an die Frauen appelliert doch jetzt nicht die AfD zu wählen, wenn doch die gegen die Frauenrechte ist.
00:14:01: Und das kam aber alles so ein bisschen spät.
00:14:03: und man muss ja auch sagen, am Ende hat die CDU insbesondere überhaupt keine Visionen präsentieren können.
00:14:09: Wie das Leben der Menschen gerade auf dem Land irgendwie mal aussehen soll jetzt in einer Gegenwart und auch in der Zukunft.
00:14:14: also es braucht schon starke Spitzenkandidierende auch.
00:14:17: Ja, es braucht vor allem Spitzen kandidierenden, die vermitteln können und dass hat Manuela Schwesig geschafft meines Erachtens nach.
00:14:24: und auch Ulrich Siegmund ich bin ein Nähe einer von euch ist eine ganz große Nahrbarkeit Und ich glaube, das gilt auch für Berlin.
00:14:37: Elif Ereib nämlich von den Linken – auch eine starke Persönlichkeit hat in Berlin abgeräumt und will jetzt regierende Bürgermeisterin werden in der Bundeshauptstadt.
00:14:47: Die Linke erreichte twenty-fünf Prozent, also ist das beste Ergebnis für sie überhaupt!
00:14:52: Sie liegt deutlich vor der CDU mit nur neunzehn Prozent und auch vor der AfD und vor den Grünen.
00:14:58: Die SPD ist definitiv ein Wahlverlehrer und gemeinsam mit der CDU in dieser Regierung abgewählt.
00:15:05: Tja, jetzt wird es in Berlin womöglich auch eine rot-rot grüne Regierung geben obwohl natürlich noch völlig unklar ist ob tatsächlich Grüne und SPD mit dieser ja auch sehr extremen Linken wirklich zusammen regieren werden.
00:15:18: Also natürlich muss man auch mal sehen, dass diese Wahl auch historisch war, gerade aus ostdeutscher Sicht.
00:15:24: Denn ich meine erstmals ist die Linke in Berlin bei einer Wahl wirklich stärkste Kraft geworden.
00:15:29: und man muss ja auch daran erinnern das ist ja die Nach- nach-Nachfolgerin der SED, früheren Staatspartei der DDR, die hier in Berlin eins die Mauer gebaut hat.
00:15:38: Da hat man sich schon lange von verabschiedet.
00:15:41: aber trotzdem muss man daran erinnern, dass dieser Partei schon sehr viele Haltung hinter sich hat Ja, vielleicht auch sicherlich noch vor sich hat.
00:15:49: Ein Grund jedenfalls für den Erfolg war hier diese klare Sozialfokus auf das Mietenthema und die direkte Ansprache von Migrantinnen und Migranten.
00:15:58: Und eins muss man auch sagen Die Linke hat ja schon wie so eine Bewegungspartei agiert.
00:16:03: sie war eben auch an den Haustüren.
00:16:05: Sie hat hier die Leute gefragt habt ihr zu hohe Mieten?
00:16:08: Das wurde dann alles ausgerechnet.
00:16:10: also sie hat sich um die Probleme der Menschen gekümmert Im Grunde wie es die AfD in Sachsen-Anhalt gemacht hat Dorf und in Berlin eben von Kiez zu Kiez, da hat die Linke so einen ähnlichen Wahlkampf gemacht.
00:16:21: Jetzt muss ich ein bisschen Wasser an den Wein gießen denn die Linkel hatte natürlich auch sehr einfache Botschaften gehabt in Berlin, die ja nicht zu erfüllen sind.
00:16:29: also zum Beispiel die großen Wohnungskonzerne zu enteignen.
00:16:33: Ja das kann man natürlich so verkünden aber das kostet ja Milliarden und es wird wahrscheinlich auf Bundesebene noch verboten werden.
00:16:40: Das ist schon auch
00:16:41: am Strand.
00:16:43: Man ist schon bei... Es war akkobilistisch
00:16:46: auf jeden Fall, aber es ist ja nicht extrem und sie gelten ja nicht als gesichert links extremen.
00:16:51: oder es ist nichts zu vergleichen mit der AfD und ich glaube da muss die CDU auch mal rauskommen, die Linke immer mit der AFD gleichzusetzen.
00:16:58: also das wird glaube ich auf Dauer auch nicht funktionieren.
00:17:00: Das stimmt!
00:17:01: Das wollte ich jetzt auch nicht tun, aber ich finde man muss da schon aufmerksam hinschauen und es ist natürlich auch schon vielfach gesagt worden in dem Kontext gehört Mit Sicherheit dazu.
00:17:10: Die Linke, so wie sie jetzt aufgestellt ist in Berlin hatten Antisemitismus-Problem und dazu müssen sich mögliche Koalitionspartner definitiv auch
00:17:17: verhalten.".
00:17:18: Auf jeden Fall es klar!
00:17:19: Politik muss wieder stärker auf die Ängste eingehen und auch auf Emotionen achten – und eins ist ja auch eine schöne Nachricht nach diesem erneuten Wahlabend diese Emotionalisierung vielleicht auch dieser Polarisierung, die hat so eine wirklich wahnsinnig hohen Wahlbeteiligung geführt.
00:17:35: Sowohl in Berlin aber erst recht im Mecklenburg-Vorpommern.
00:17:38: Neunundsiebtzig Prozent das ist fast die höchste Wahlbesteiligung bei einer Wahl im Osten seit der Wiedervereinigung und es ist ja irgendwie auch ne Ermutigung dass viele Menschen noch erreichbar sind für die Demokratie.
00:17:48: Die Parteien müssen eben einfach nur öfter hingehen und zuhören.
00:17:53: Wir danken auch fürs Zuhören bei dieser Sonderfolge.
00:17:57: Am Montagmorgen könnt ihr noch mehr Hintergründe lesen in unserem Sonder-Newsletter im Osten, den ihr kostenlos abonnieren könnt.
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00:18:09: Und ein Kommentar schreiben.
00:18:11: So bleiben wir gemeinsam im Gespräch
00:18:14: Im Osten, wo Deutschland sich entscheidet
00:18:33: ist ein Podcast vom Tagesspiegel.
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