BSW: Eigentlich politisch tot, jetzt Machtbeschaffer für die AfD
Shownotes
Das BSW hat in Magdeburg geholfen, die Brandmauer zu durchbrechen: Im Landtag von Sachsen-Anhalt steht erstmals ein AfD-Politiker an der Spitze. Warum sich die Partei so entschieden hat und was sie als Nächstes vorhat, hat Robert Ide die Fraktionschefin Claudia Wittig gleich im Parlament gefragt. Was bei der Partei hinter den Kulissen los ist, schildern zwei, die sie verlassen haben: Robert Crumbach, heute SPD-Infrastrukturminister in Brandenburg, und Katja Wolf, Vize-Ministerpräsidentin in Thüringen.
- Das Gespräch mit Katja Wolf vom BSW zum Lesen hier
- Roberts Kommentar zur historischen Wahl in Magdbeburg hier
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Credits:
- Moderation: Sabine Schicketanz und Robert Ide
- Redaktion: Myriel Desgranges
- Schnitt und Produktion: Lilian Hoenen
- Sounddesign und Musik: Milan Lukas Fey
- Foto und Covert-Art: Lydia Hesse und Manuel Kostrzynski
Transkript anzeigen
00:00:02:
00:00:05: Sie kürzen bei der Gesundheit, bei der Rente und beim Wohngeld.
00:00:09: Wenn man den Menschen so
00:00:10: ins Gesicht schlägt,
00:00:12: muss man sich nicht wundern, wenn die Wut im Land wächst.
00:00:14: Und uns dann zuzuschreiben, nur seinen Daran schuldt!
00:00:18: Das
00:00:18: ist wirklich
00:00:22: arrogant.
00:00:23: Das sind in der Welt von Sarah Wagenknecht immer die anderen.
00:00:27: Auch auf diesem Gefühl hat sie eine neue Partei gegründet.
00:00:34: Jetzt hat es sich allerdings gerade umbenannt und heißt Bündnis für soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Vernunft.
00:00:42: Ja, und das war ja wirklich schon eigentlich tot, dass PSW aber jetzt erfindet es sich gerade neu Und wie?
00:00:48: Das konnte man ja diese Woche in der historischen Abstimmung in Magdeburg sehen bei der erstmals in Deutschland ein Landtagspräsident Der AfD gewählt worden ist.
00:00:57: einerseits mit tätiger mitteilfe von wahrscheinlich vier Abgeordneten der CDU Was jetzt zu massiven Turbulenzen in der deutschen Politik führt, denn damit ist ja die Brandmauer faktisch zusammengebrochen.
00:01:07: Aber eben auch mit allen Stimmen des BSW – eine eigentlich noch ziemlich neue Partei, die jetzt offiziell Mehrheitsbeschaffer der AfD ist!
00:01:16: Über das BSW sein Verhältnis zur AfD, seinen Rollern Ostdeutschland und die Zukunft dieser einstigen Wagenknächtpartei reden wir in dieser Folge Exklusiv dabei sind Claudia Wittich, die BSW-Frontfrau aus Sachsen-Anhalt, die wir direkt im Magdeburger Landtag interviewt haben.
00:01:34: Außerdem sprechen wir mit zwei Aussteigern aus dem BSW Robert Krumbach jetzt Infrastrukturminister für die SPD in Brandenburg und Katja Wolff Sie ist Vizeministerpräsidentin in Thüringen
00:01:50: Im Osten
00:01:51: wo Deutschland
00:01:52: sich entscheidet
00:01:53: Mit Robert Ide und Sabine Schicketanz.
00:02:01: Es war nicht weniger als eine historische Wegmarke in der Geschichte der Bundesrepublik.
00:02:06: Die AfD steht erstmals einem Verfassungsorgan in Deutschland vor, gewählt wurde Tobias Rausch ein eher gemäßigter AfDler zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt und der radikale AfD-Strategie Hans Thomas Tiltschneider ist Vizepräsident geworden bei ersterim was ganz offensichtlich das BSW hat mitgeholfen
00:02:25: Und du warst zusammen mit unserer Kollegin Stephanie Witte aus dem Hauptstadtbüro direkt vor Ort im Landtag in Magdeburg, lieber Robert.
00:02:33: Sag mir doch mal welcher Moment aus dieser ja doch wirklich historischen denkwürdigen Sitzung ist dir am eindrücklichsten in Erinnerung?
00:02:42: Ja, das waren ganz viele Momente.
00:02:43: Das war wirklich so ein Puzzleteil.
00:02:44: aber wenn man jetzt mal auf AfD und BSW schaut die sitzen ja jetzt neuerdings in der Mitte des Parlaments haben sich da sozusagen breit gemacht und sitzen auch nebeneinander und man hat dann schon gesehen die haben ja schon mal sondiert sie kennen sich jetzt ein bisschen Und man hat dann schon gesehen, wie freundlich die sich alle gegenseitig begrüßt haben und da hat man schon ein bisschen Lachen gesehen.
00:03:05: Es ist so eine Koalition im Geiste muss ich sagen.
00:03:09: Claudia Wittich war auch wirklich auffallend gut gelaunt nachdem rausgewählt worden war.
00:03:14: Man merkt ihr an dass sie diese Schlüsselrolle, die die Partei jetzt plötzlich hat bei dieser Mehrheitsfindung in der Patssituation in dem Parlament genießt weiß ihr nicht so richtig, aber auf jeden Fall sie spürt ihre Macht.
00:03:27: Das merkt man so richtig.
00:03:28: und als denn sogar der radikale Tiltschneider gewählt worden ist zum Landtagsvizepräsidenten wo er das BSW gesagt hat also den wählen wir jetzt nicht mit, der ist selbst uns zu krass.
00:03:38: Da hat man trotzdem gesehen, da gab es freudigen Applaus.
00:03:41: Herzliche Glückwünsche und so.
00:03:42: Und dann hat auch die CDU später gesagt hey das war vielleicht auch das BSH mit diesen fünf Stimmen, die da zu viel waren.
00:03:49: BSH hat gesagt ne ne wir waren das nicht.
00:03:51: Das war die CDU.
00:03:52: also da muss man schon sagen dass ist schon eine ziemlich schwierige Mengelage natürlich bei einer geheimen Wahl sowieso.
00:03:59: aber man sieht schon wie eng die Bande jetzt werden zwischen BSH und AfD und das auf jeden Fall neu in der deutschen Politik.
00:04:06: Du hast eben schon beschrieben das Verhalten, das Auftreten von Claudia Wittig.
00:04:11: Du hast ja danach nach dieser Abstimmung mit ihr gesprochen in der Kantine des Magdeburger Landtages und da hat sie dir erläutert was die Beweggründe sind des BSW für dieses Abstimmungsverhalten überhaupt für diese politische Positionierung.
00:04:25: Hören wir doch mal rein!
00:04:26: Ist es denn jetzt der nächste Schritt des BSV
00:04:30: hin zur AfD
00:04:32: auch zu einer konsequenteren Regierungszusammenarbeit.
00:04:37: Naja, also im Wesentlichen
00:04:38: bleiben
00:04:38: wir bei der Linie die wir immer angekündigt hatten dass wir inhaltlich zusammenarbeiten und zwar nicht nur mit der AfD sondern
00:04:43: mit allen
00:04:43: Parteien
00:04:44: mit denen wir Schnittmengen sehen.
00:04:45: Und wir sehen natürlich sehr große Schnittmenge auch mit anderen Parteien.
00:04:48: Die AfD hat als allererste gespielte Angebote, das haben
00:04:51: wir hier schon angenommen und ich
00:04:53: gehe davon aus, dass wir im Laufe der nächsten Wochen und Monate zeigen
00:04:56: können
00:04:57: was wir meinen
00:04:57: wenn wir sagen inhaltliche Zusammenarbeit.
00:04:59: Das betrifft die AfD.
00:05:00: Es betrifgt alle andere Parteien auch.
00:05:02: Bleiben Sie denn dabei?
00:05:03: Dass sie Herrn Sigmo und nicht direkt unterstützen werden bei einer Wahl zum Ministerpräsidenten?
00:05:07: Wir haben vor der Wahl gesagt, dass wir den Landtagspräsidentin wählen würden.
00:05:10: Das haben wir heute gemacht.
00:05:11: Wir haben gesagt das wir in keine Koalition gehen.
00:05:13: Das ist glaube ich auch langsam auf dem letzten K. Dass wir das so sehen und wir haben auch gesagt dass wir euch nicht zum Ministerpreäsidenten wählen.
00:05:19: Auch dabei bleiben wir und alles andere ist eben tatsächlich ein Prozess wo man mit allen zusammenarbeiten
00:05:24: muss.
00:05:25: Und
00:05:26: genau, wenn ein
00:05:26: Riesigmund gewählt wird, dann hat sich ja heute schon abgezeichnet.
00:05:30: Ungefähr aus welchem Lager das so kommen könnte an uns nicht gelegen haben.
00:05:34: Wenn er nicht gewählt wurde, haben wir einen Alternativvorschlag
00:05:36: und wir hoffen dass es auch ein bisschen bewohnt werden kann.
00:05:38: Wie schätzen Sie das ein?
00:05:39: Das ist jetzt vier Stimmen über der Mehrheit von AfD- und DSB im GARP für den Parlamentspräsidenten.
00:05:47: in Ruhe kommen die und hat sie selber
00:05:49: überrascht!
00:05:50: Ja, es hat mich nicht besonders überrascht.
00:05:51: Es ist ja schon länger im Gespräch immer so ein bisschen berühmte Weise, dass es so ein paar Leute eventuell öffentlich in die EU geben könnte.
00:05:58: Am Ende weiß man's nicht – das ist eine geheime Wahl-, aber es hatte sich ja schon angedeutet, dass da auch Gespräche stattfinden und dass er eventuell also richtig mit hätte seine Wahl für die Zimmerwohnung nicht angesetzt, wenn er nicht einmal so sicher wäre, dass dann irgendwo noch Stimmen zusammenkommen.
00:06:12: Heute hat sich gezeigt, dass das wahrscheinlich der Fall sein wird.
00:06:16: Überrascht hat es mich nichts!
00:06:18: Jetzt haben wir quasi eine Zahl,
00:06:19: da sind
00:06:20: also vier offensichtlich
00:06:22: die das machen
00:06:22: werden.
00:06:23: Ja wie werden sie eigentlich machen?
00:06:24: Letzte Frage, was sagen Sie dem Menschen, die sagen dass wir jetzt sehr stark die
00:06:28: Behälter für die AfD und dass sie in Deutschland
00:06:31: angemacht werden?
00:06:32: Wenn wir uns enthalten im dritten Wahlgang dieses gesagt haben wenn es dazu kommen sollte... Wir haben ja schon gesagt, dass wir nicht so richtig gut nicht wählen werden dann haben wir den nicht an die Macht gebracht sondern Vierundvierzig Prozent der Wähler haben die parteizerstechsten Fraktionen gemacht, in Sachsen-Anhalt.
00:06:48: Irgendjemand, wenn er dann gewählt wird, würde ihn wählen?
00:06:52: Okay.
00:06:54: Dann heißt das lang
00:06:55: und du bist noch nicht zu machen.
00:06:56: Alles klar!
00:06:56: Danke.
00:06:57: Diese Worte zeigen ja auch wie es jetzt weitergehen soll mit dem BSW in Sachseneinhalt.
00:07:01: hier wird's wirklich... für die anderen Parteien jetzt eher eng, wenn jetzt AfD und PSW sich auf bestimmte Sachen einigen, die sie dann zusammen machen werden.
00:07:09: Zum Beispiel eben, wenn Sie den Rundfunkstaatsvertrag abschaffen wollen oder wenn es einen Corona-Untersuchungsausschuss geben soll... Da sind sich ja beide einig.
00:07:16: Aber insgesamt will das BSW eben diese Rolle jetzt auch ausspielen, dass sie sozusagen das Zünglern an der Waage sind und das ist jetzt kein Freifahrtschein für die AfD und auch eben keine Koalition.
00:07:26: Und im Dezember will sie ja Ulrich Siegmund nicht direkt mitwählen hat sie bisher gesagt sondern eben im dritten Wahlgang sich enthalten so dass er dann mit einer relativ mehrheit doch Ministerpräsident werden kann.
00:07:37: nun hat aber Siegmond gesagt hey ich mach das gar nicht mit Ich mache mich davon gar nicht abhängig ich trete nur im ersten die richtige Mehrheit bekommen muss.
00:07:46: Und das wird jetzt sehr spannend, also schafft die AfD das diese ominösen Abweichler aus der CDU wirklich für sich zu gewinnen oder bekennt sich das PSW vielleicht auch unter dem Druck?
00:07:56: Sonst gibt es vielleicht Neuwahlen dann doch zur AfD in dieser entscheidenden Abstimmung und das wird wirklich wahnsinnig spannend.
00:08:03: auf jeden Fall ist es nicht unwahrscheinlicher geworden dass Ulrich Siegmund jetzt Ministerpräsidentin Sachsen Anhalt wird
00:08:12: Um zu verstehen, wie das BSW dort hingekommen ist.
00:08:15: Wo es jetzt in Sachsen-Anhalt steht und wie's sich dahin gewandelt hat, da muss man, finde ich einfach mal einen Blick zurückwerfen.
00:08:22: also was ist das BSV eigentlich?
00:08:24: Und wo kommt es her?
00:08:25: Warum wurde es gegründet?
00:08:27: Das liegt nämlich genau drei Jahre zurück als im Oktober zwanzig dreiundzwanzig Da liegt der Ursprung dessen.
00:08:34: da ist nämlich Sarah Wagenknecht aus der Partei Die Linke ausgetreten.
00:08:38: Das war ja ein ziemlicher politischer Knall und schon damals wurde geraunt über Wochen, über Monate Sie würde nun eine neue Partei gründen Eine die eben ganz auf sie zugeschnitten ist.
00:08:49: Ja und so war es ja dann auch.
00:08:50: Im Januar, im Jahr wird das Bündnis Sarah Wagenknecht gegründet.
00:08:54: Es sollte eine Lücke füllen in dieser politischen Landschaft in Deutschland mit einer linken sozialen, teils radikalen Ausrichtung mit vielen strategischem Provokation und ich will mal sagen mit jeder Menge Talkshowpopulismus.
00:09:05: Oh
00:09:05: ja da haben wir sie alle gesehen.
00:09:07: sehr viel Sarah Wangenknächt!
00:09:08: Und sie hat eine wirklich harte Linie gefahren, immer auch in dem was sie artikuliert hat.
00:09:15: Nämlich zu stehen für traditionelle Sozialpolitik und auf der gleichen Seite sehr restriktive Migrationspolitik da sich tatsächlich ja auch der Rechten angenährt.
00:09:24: und was viele aufgebracht hat oder in die eine oder andere Richtung getrieben hat zu dieser Partei ist ihrer Nähe zu Russland.
00:09:32: Sie hat bis heute hier auch gesagt dass die Ukraine-Hilfen Deutschlands falsch sind dass es eine Kriegsgefahr gibt durch Russland, wie es zuletzt jetzt ja auch die Geheimdienstchefs erst im Bundestag wieder gesagt haben.
00:09:45: Das blendet Wagenknecht ja komplett aus!
00:09:48: In der Tat, ne?
00:09:49: Und gleichzeitig hat sich aber das BSW auch immer aufgeführt als so eine Alternative zur Alternative für Deutschland also zur AfD.
00:09:56: Also wenn ihr jetzt alles richtig blöd findet, aber nicht die AfD wählen wollt dann sind wir jetzt für euch da!
00:10:03: Das war ja eigentlich die Botschaft und das stieß hier auch erst mal auf große Resonanz bei Wählerinnen und Wählern.
00:10:08: Also aus dem Stand ging es los fürs BSW in den Umfragen vor den Landtagswahlen im Osten, und überall wurde sie plötzlich sofort zweistellig aus dem Stand.
00:10:19: Und ich erinnere mich an die Wahlkampftermine damals mit Sarah Wagenknecht unter anderem in Brandenburg von der Wahl im Herbst, das war im Jahr zwanzig vierundzwanzig.
00:10:27: da kam hunderte Menschen und ich weiß besonders Männer mittleren Alters ist mir total aufgefallen.
00:10:33: Die waren von dieser heute siebenundfünfzigjährigen Frau aus Jena stammt wirklich begeistert Angehimmelt und überall in Brandenburg war Sarah Wagenknecht auf den Wahlplakaten zu sehen, obwohl sie de facto ja dort gar nicht zur Wahl stand.
00:10:50: Ja und die Linke dagegen also die Partei die sie faktisch sozusagen zur Explosion gebracht hatte da ging es richtig bergab in dieser Zeit und man dachte wirklich das ist jetzt möglicherweise der Tod dieser Partei Die sich ja auch die ganze Zeit gestritten hatte, eben mit Wagenknecht immer um die richtige Linie.
00:11:06: Nun weiß man ja heute dass es der Linken ziemlich gut getan hat das dann Wagenknächt nicht mehr da ist.
00:11:10: aber damals war es so die sind alle ausgetreten auch Abgeordnete sind ausgetretet und das geschah ja auch in den Landtagen also in Thüringen zum Beispiel da hat er's ja eben Katja Wolf auch gemacht die isst ein eben zum ESW weil sag ich mal, das Versprechen in Sicht trug.
00:11:25: Also mit dem BSW kommt man vielleicht in die Regierung kann was verändern und das ist ja auch Katja Wolfskredo und jetzt ist sie auch heute noch Vizeministerpräsidentin nur eben nicht mehr im BSW weil da gab es so viel Zoff auch wiederum mit Sarah Warnknecht dass diese Partei ja mehr oder weniger auch gekresht wurde.
00:11:43: aber man muss es eben auch zur Wahrheit dazu sagen aus der linken ins bsw gab's einen großen Trend und das bswe ist dann auch in Regierung gelandet Das
00:11:52: stimmt.
00:11:53: Was dem BSW aber nicht gelungen ist, ist das was ja auch ein Kalkyl war von Sarah Wagenknecht nämlich der AfD nennenswert Wählerinnen und Wähler abzunehmen.
00:12:02: also wenn man sich jetzt anguckt wie waren die Erkenntnisse der Wahlforscher nach diesen Ostwahlen?
00:12:07: Und nach der Europawahl im Jahr Da muss man verzeichnen, dass BSW hat seine Stimmen vor allem bekommen von früheren Wählern der SPD und der Linken die dann quasi mitgewechselt sind.
00:12:19: Und damals wurde gewählt eben in Brandenburg, in Sachsen, in Thüringen und das BSW dem gelang auch was der AfD heute auch gelungen ist im Sachsen-Anhalt es mobilisierte eben auch jede Menge Nichtwähler
00:12:30: Ja und das Problem war natürlich auch ein bisschen, also das konnte man fast schon voraussehen.
00:12:34: Das Sarah Warnknecht ja dann in diesem Erfolg auch ein bißchen sage ich jetzt mal vorsichtig die Bodenhaftung verloren hat.
00:12:41: Also das wurde ja auch immer zentralistischer geführt als BSH.
00:12:45: es war ja denn sogar so... dass in Berlin, in der BSW-Parteizentrale bestimmt wurde wer denn jetzt eintreten darf überhaupt ins WSW.
00:12:53: Also das heißt Katja Wolf in Thüringen wusste gar nicht mal welche mit die da jetzt in ihre Partei kommen und ob sie von Sarah Wagenknecht und ihren Getreuen da irgendwie handverlesen aussortiert wurden um dann später mal Katja Wolff wiederum auszusortieren.
00:13:06: also diese Idee gab es ja offenbar und da muss man wirklich sagen dass das alles nur noch immer ein kleiner zentralistischer auch an DDR-Zeiten ein kleines Zentralkomitee hat sich da Sarah Warnknecht aufgebaut.
00:13:22: Und sie hat sich ja dann auch eingemischt in die Koalitionsgespräche und Koalationsverhandlungen.
00:13:26: In Sachsen, da hat sie faktisch verhindert dass das BSW sich an der Regierung beteiligt.
00:13:31: Thüring wollte sie das irgendwie erst mal nicht verhindern aber danach wollte sie immer mehr rein regieren.
00:13:38: Katja Wolf hat sich das dann eben nicht gefallen lassen.
00:13:40: bis zum Schluss ist sie halt einfach abgehauen.
00:13:43: Ja!
00:13:43: In Brandenburg war es her so, da musste wirklich der Wahlsieger Dietmar Woidke damals ja auch als Ministerpräsident angetreten und als solcher wieder, als weißiger aus der Wahl hervorgegangen.
00:13:55: Der musste wirklich zu Sarah Wanklich und bei ihr vorsprechen um... in Brandenburg dieses erste Regierungsbündnis zwischen SPD und PSW dann einzugehen.
00:14:07: Und er war ja dazu gezwungen, denn es sind neben SPD und AfD nur das BSW und die CDU dort in den Landtag gewählt worden.
00:14:14: Und die CDU hatte gesagt sie geht in die Opposition also blieb ihm nur das Bündnis mit dem BSW also damals mit Sarah Wagenknecht in Person.
00:14:22: Ja, das stimmt.
00:14:23: Dann brachen wir auch in wirklich mehr oder weniger allen ostdeutschen Landesverbänden ein Stück für Stück diese Macht- und Richtungskämpfe aus.
00:14:30: Also dann ging es darum, die einen waren eben populistisch.
00:14:33: Die wollten im Grunde nur das wiedergeben was Sarah Wagenknecht in den Talkshows vorgegeben hatte und immer nur wettern gegen alles.
00:14:40: Und es gab aber eben Leute wie Katja Wolfentüring, die wollten eben wirklich etwas verändern auch in Brandenburg, die Ministerinnen und Ministern und da merkte man dann richtig... Da gibt's richtige Crashs innerhalb des BSW und es gab auch Spaltungstendenzen.
00:14:54: und auch in Sachsen-Anhalt gab es einen großen Kampf ungefähr vor einem Jahr im Zuge des beginnenden Wahlkampfes, darum welche Linie eigentlich das BSW dann einschlagen sollte.
00:15:05: Das zeigte sich ganz besonders in Thüringen, weil da hat wirklich Wagenknächt ja zuletzt von der Vizeministerpräsidentin Katja Wolf verlangt.
00:15:13: Dass sie aus der Regierung austritt die das BSW dann mit SPD und CDU gebildet hatte.
00:15:19: Und da ging es um die angeblich plagiierte Doktorarbeit des Ministerpräsidenten Mario Vogt von der CDU.
00:15:25: Die Uni hat ihm den Titel entzogen.
00:15:27: Da gibt es auch noch ein Gutachten dass gegen Vogtes das hat die AfD-Fraktion bezahlt so Ein bisschen unübersichtlich diese Lage.
00:15:34: Wagenknächt, die hat aber gefordert, mach jetzt Tabula rasa!
00:15:37: BSW regiert hier nicht mehr mit und das BSW in Thüringen hat das aber mit Katja Wolf an der Spitze eben abgelehnt und hat gesagt, dass machen wir nicht und somit ist sie nun ja zu ich würde sagen der ärgsten Feinde in der Partei Gründerin geworden, die Katja Wolff.
00:15:53: Das ließ ihr aber nicht mehr auflösen ne?
00:15:54: Und deswegen ist sie ja dann da rausgegangen eigentlich.
00:15:57: Genau genau Sie hat nun eine eigene Partei gegründet, Thüringen gerecht.
00:16:01: Und weil das BSW eben implodiert ist sozusagen in Thüring ja ganz ähnlich wie in Brandenburg da es auch nach einem Jahr die Koalition mit der SPD-Krachen gegangen ist.
00:16:10: Genau!
00:16:12: Ist es in Thuring so?
00:16:13: Da regieren jetzt CDU und SPD als Minderheitsregierung geduldet von dieser neuen Wolfpartei in Absprache mit den Linken.
00:16:25: Wie Katja Wolff über das BSW denkt, hat sie auch unseren Podcast mitgeteilt und zwar schriftlich weil sie jetzt so kurzfristig keine Zeit für ein persönliches Interview hatte.
00:16:33: Aber wir sind auch sehr dankbar dafür dass Sie die Fragen beantwortet haben zum BSW.
00:16:39: Unsere erste Frage an Sie war wie Sie denn diese Stützung der AfD in Sachsen-Anhalt durch die dortige BSW Fraktion einschätzt?
00:16:47: Ich halte diesen Kurs für grundfalsch.
00:16:49: Der AfD-Landesverband in Sachsen-Anhalt wird als gesichert rechtsextremistische Bestrebungen eingestuft.
00:16:55: Vor diesem Hintergrund ist die Wahl eines AfD Landtagspräsidenten oder die Tolerierung einer von der AfD getragenen Regierung kein gewöhnliches parlamentarisches Geschäft.
00:17:06: Hier soll bewusst ein Tabu gebrochen werden, ich halte eine solche Annäherung von BSW und AfD für gefährlich.
00:17:13: Demokratische Parteien müssen mit einer Streiten um Lösungsring Aber sie sollten einer gesichert rechtsextremistischen Partei nicht dabei helfen, staatliche und parlamentarische Schlüsselposition zu übernehmen.
00:17:25: Wir haben Sie außerdem gefragt ob Sie es inzwischen bereut in das BSW eingetreten und für dieses Wahlbündnis von Sarah Wagenknecht angetreten zu sein?
00:17:34: Nein!
00:17:34: Ich werde meine eigene politische Biografie nicht nachträglich umschreiben.
00:17:38: Wir sind damals mit dem Anspruch angetreeten konkrete Probleme zu lösen – und eine Politik, die die Lebenswirklichkeit der Menschen gerade im Osten ernst nimmt.
00:17:51: Von diesen Grundsätzen war – und bitte ich überzeugt!
00:17:54: Auch bei unserem Austritt habe ich genau das deutlich
00:17:56: gemacht.".
00:17:57: Politische Verantwortung bedeutet aber auch Konsequenzen zu ziehen wenn Anspruch und Wirklichkeit immer weiter auseinanderfallen.
00:18:04: Wir haben den Menschen in Thüringen Stabilität und Verlässlichkeit versprochen.
00:18:08: Diesem Versprechen fühle ich mich stärker verpflichtet als einer parteizentrale oder einzelnen Person.
00:18:15: Deshalb war der Austritt für mich kein Widerruf dessen, wofür ich angetreten bin, sondern die Konsequenz daraus.
00:18:21: Wie Katja Wolf ihr eigenes neues Wahlbündnis Thüringen Gerecht jetzt unabhängig und nachhaltig aufstellen will?
00:18:27: Das hat sie folgendermaßen beantwortet
00:18:31: Wir wollen aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre lernen.
00:18:33: Thüring Gerecht soll eine echte Mitgliederpartei werden und nicht von einer einzelnen Person oder einer kleinen zentrale abhängig sein.
00:18:41: Die Partei ist im September gegründet worden.
00:18:43: Angekündigt ist eine breite Mitgliederaufnahme.
00:18:45: Entscheidend wird aber nicht die Organisationsform allein sein, wir wollen zeigen dass eine eigenständige ostdeutsche politische Kraft regierungsfähig pragmatisch und verlässlich sein kann.
00:18:56: unser Maßstab muss sein ob wir Probleme lösen und das Leben der Menschen konkret verbessern Und wir wollen dauerhaft sein Nicht ein Projekt für die nächste Schlagzeile oder die nächste Wahl sondern eine politische kraft mit einer langfristigen Perspektive.
00:19:17: In Brandenburg waren die Vorgänge mit dem BSW ja sehr ähnlich wie in Thüringen.
00:19:22: Es gab eine Regierungskoalition, das war die erste Bundesweit überhaupt.
00:19:27: Die Ministerinnen und Minister dieses BSW arbeiteten ziemlich erfolgreich und dann begann spätestens Ende der Machtkampf innerhalb des BSW.
00:19:38: Daran kann sich Robert Krumbach besonders gut erinnern.
00:19:42: Der langjährige Sozialdemokrat, der ist heute wieder in der SPD und Infrastrukturminister in Brandenburg, der hatte das BSW im Bundesland Brandenburger mit aufgebaut.
00:19:53: Und er isst mit ihm als Minister und sogar als Vizeministerpräsident in diese damalige Regierung von BSW und SPD mit eingezogen.
00:20:01: Dann aber hat Krumbacher das BSV nach nur gut einem Jahr quasi fluchtartig wieder verlassen.
00:20:07: Und warum das so war, was er als Insider des BSW erlebt hat und wie er das jetzt betrachtet?
00:20:13: Das hat Robert Krumbach uns im exklusiven Interview erzählt.
00:20:23: Herr Krumbacher, Sie sind vor neun Monaten aus dem BSW ausgetreten.
00:20:28: Zuvor waren sie für diese Partei Finanzminister in Brandenburg und haben sie in ein Regierungsbündnis mit der SPD geführt.
00:20:37: Wie blicken Sie heute auf das BSW?
00:20:40: Das ist ein politischer Konkurrent wie jeder andere.
00:20:43: Ich schaue mir an, was Sie inhaltlich machen und denke gar nicht mehr darüber nach, dass ich da mal mitgemacht habe.
00:20:52: Das war keine Glanzstat von mir gewesen.
00:20:54: Keine Glanzstate eigentlich das BSW auch mit aufzubauen in Brandenburg?
00:20:58: Also Sie wären ja Beweggründe gehabt haben oder Hoffnungen gehabt haben.
00:21:01: Was haben sie sich davon versprochen?
00:21:04: Wenn Sie auf die Politik in Deutschland gucken, dann sehen Sie verschiedene Versäumnisse haben über alle Parteien hinweg.
00:21:13: Sie sehen, dass wir ein gewisses Problem mit unserer Industrialisierung, mit dem zur Verfügung stellen von gut bezahlten Arbeitsplätzen haben.
00:21:23: Das hat Gründe die im Energiepreis liegen.
00:21:25: Das haben wir nicht in den Griff bekommen in den letzten Jahren.
00:21:29: und das war das was ich mir da versprochen habe, dass man einen Ansatz hat der von der linken Politik auskommt.
00:21:39: Ich würde mich als Linken bezeichnen mit der gewissen gesellschaftlichen Kritik die man dann auch hat mit dem Anspruch tatsächlich was zu gestalten besser zu machen.
00:21:49: und warum hat das nicht geklappt?
00:21:50: wenn sie jetzt drauf schauen selbst wenn Sie das nicht mehr unbedingt mögen wenn sie sagen es war keine Landstatt ich hab damit abgeschlossen aber Die Partei an sich spielt ja weiterhin eine Rolle und durchaus ja entteilen Könnte Sie eine gewichtige Rolle spielen jetzt in Sachsen-Anhalt?
00:22:06: Also ich glaube, dass die Parteien nur noch in Sachseneinhalte eine gewisse Rolle spielt.
00:22:11: In den anderen Parlamenten höre ich persönlich gar nichts davon was da passiert.
00:22:16: In Thüringen sind sie geschichtet.
00:22:17: In Brandenburg spielen sie auch nur noch die Rolle das sie sich für Fundamentalopposition.
00:22:24: Wenn wir
00:22:26: noch mal bei Sachsen-Anhalt bleiben, überlegen wir mal.
00:22:29: Jetzt kommt die Wahl vielleicht zum Ministerpräsidenten dann irgendwann auch im Dezember und das BSW hat schon angekündigt wie werden uns enthalten?
00:22:36: Dann gibt's Rechnerischen Pat, vielleicht gibt es noch eine andere Enthaltung.
00:22:40: Oder irgendwie eine andere Möglichkeit, dass dein Ulrich Sigmund für die AfD tatsächlich erster Ministerpräsident der AfD wird und das BSW macht das möglich?
00:22:48: Das ist so!
00:22:49: Das Ganze hat sich zu einem absolut autoritären Projekt entwickelt.
00:22:54: Und es gibt eine vorgegebene Auffassung, die ist auch nicht immer konsistent.
00:22:59: Der hat man zu folgen, wenn man das nicht folgt dann
00:23:03: Sie dürfen den Namen Sahra Wagenknechtes nennen.
00:23:06: Ich würde Ihnen ein bisschen widersprechen wollen, ich glaube gar nicht dass das ausschließlich Frau Wagenknicht ist.
00:23:14: Das sind schon auch noch zwei drei vier andere.
00:23:17: aber da wird die Position nicht nach Inhalten bestimmt sondern sie wird danach bestimmt ob sie diesen Personen nutzt oder nicht nutzt.
00:23:25: Aber es ist nicht nur Frau Wangen Knächter fallen mir schon noch ein paar anderen rein.
00:23:32: Sorry, da müssen wir noch viel fragen.
00:23:33: Wer denn?
00:23:35: Die Partei hat einen Bundesvorstand.
00:23:38: Da gibt es zwei Gro-Bundesvorsitzende und es gibt natürlich auch noch so was wie ein Generalsekretär.
00:23:44: also die spielen da schon eine gewisse Rolle.
00:23:46: Ich würde die Rolle nicht kleinreden.
00:23:49: Was Sachsen-Anhalt angeht und die Entwicklung des BSW... Also für mich war immer völlig klar ich arbeite niemals mit.
00:24:01: Ich sage das Wort jetzt auch, wenn ich es nicht tun sollte.
00:24:03: Nazis zusammen?
00:24:04: Das geht nicht.
00:24:06: und ich habe die AfD im Landtag.
00:24:09: Ich habe auch die AfD in Sachsen-Anhalt oder in Thüringen.
00:24:12: Das sind Nazis, das sind Menschen, die nicht wollen des fremdländisch aussehenden Menschen in unserem schönen Brandenburg in Berlin leben.
00:24:21: Das sagen sie auch ganz offen im Landtagsstellenanträge.
00:24:25: Migrantinnen und Migranten der ersten, zweiten Dritten wie viel auch immer Generation Der Zugang zum Volksfest in Brandenburg untersagt wird.
00:24:35: Herr Siegmund den Sachsen-Anhalt seniert darüber, ob er Waffenfabriken braucht um Rehmigration durchzusetzen Und mit solchen Leuten sich gemein machen Mit denen gemeinsame Anträge stellen denen am Ende wie auch immer dazu zu verhelfen, dass sie das Land regieren könnten.
00:24:55: Das sind Dinge die gehen für mich nicht.
00:24:59: Und
00:24:59: warum macht das BSW das vermutlich in Sachsen-Anhalt?
00:25:03: Ich glaube ... Das hat einfach was damit zu tun, dass es die einzige Art und Weise ist, wie das BSV noch Aufmerksamkeit erreichen kann.
00:25:12: Und ohne Aufmerksamkeit ist die Partei tatsächlich richtig, richtig, wirklich tot.
00:25:18: Dann funktioniert es natürlich in einer autoritären Partei.
00:25:23: wenn die Führung vorgibt das halten wir jetzt für richtig dann laufen die Limminge hinterher und das ist das was da gerade passiert.
00:25:31: Wie ist das denn für Sie persönlich gewesen dieser Beweggrund dann auszutreten?
00:25:36: Das zu verlassen?
00:25:37: dieses Projekt gab's da so ein Auslösende Moment.
00:25:40: Also es gab Ein Moment in dem ich wusste, das wird nicht mehr funktionieren.
00:25:47: Ich werde nicht in der Lage sein die Inhalte dieser Partei mitzubestimmen.
00:25:52: Das wird mir nicht gelingen und hatte Anfangs sicher ein Urglaube gedacht.
00:26:00: Ich bin da auch mit ausgewählt worden weil ich für bestimmte Inhalten stehe.
00:26:07: Ich glaube dass man heute sagen kann der nützliche Idiot, weil man mit mir sehr gut nachweisen konnte dass man eben nicht die linke zwei Punkt Null ist.
00:26:19: Weil man Sozialdemokraten hat, der da sehr lange in der SPD war, da nicht mehr ganz glücklich war.
00:26:25: sie wissen das wir gewisse Auseinandersetzung über Medienstaatsverträge entschuldigen sind eigentlich ziemlich unwichtig aber es ist halt so hatten wir haben uns mit diesen Dingen inhaltlich auseinandergesetzt haben, dann beschlossen wir stimmen dem am Ende zu auch um den Preis dass wir beim Medienstaatsvertrag Berlin Brandenburg die ein oder andere Formulierung durchsetzen können.
00:26:50: Die Verhandlungen dazu haben stattgefunden.
00:26:53: Dann habe ich mal nach einer Vierteljahr eine Woche Urlaub gemacht bei Al-Ghaib.
00:27:00: Da kam ein Anruf meines Fraktionsvorsitzenden, lieber Hubert.
00:27:03: Wir haben uns im Übrigen entschieden das mit dem Medienstaatsverträgen jetzt anders zu handhaben.
00:27:09: Da wusste ich dass das vorbei ist und es nicht geht, dass es nicht funktionieren wird hat auch was damit zu tun, dass manche Leute mehr in die Landespolitik gedrängt haben, die sich vorher auf Bundesebene gesehen hatten.
00:27:24: Das hat nicht funktioniert.
00:27:26: Da sind sie nicht untergekommen.
00:27:28: Dann mussten sich neue Spielfelder suchen und drei Wochen vorher war von mir verlangt worden, dass ich dem Ministerpräsidenten um die Entlassung der Gesundheitsministerin bitte, die man mit großem Brimborium zwei Wochen vorhin in die Partei aufgenommen hatte.
00:27:44: Das heißt,
00:27:44: es kam so richtig Anweisung bei Ihnen an.
00:27:47: Also Sorge dafür die Gesundheitsministerin muss raus.
00:27:50: Sorge da für das jetzt doch gegen den Medienstaatsvertrag gestimmt wird?
00:27:54: Nicht
00:27:55: ganz!
00:27:55: Oder wie muss man sich das vorstellen?
00:27:57: Die Anweisungen entlastet die Gesundheitsministerin.
00:28:00: Es war tatsächlich eine Aufforderung an mich wobei das natürlich Quatsch ist weil entlassen tut jeder Ministerpräsident.
00:28:06: ich hätte ihn allenfalls drum bitten können damit dann auch jemand anderes Gesundheitsministerin oder Gesundheitsminister werden kann.
00:28:14: Und über die Medienstaatsverträge, da bin ich nicht gebeten worden, sag dafür das wir dem jetzt nicht zustimmen, sondern da wurde ich unterrichtet dass das jetzt die Linie der Parteien und der Fraktion ist und der hätte ich zu folgen.
00:28:28: mir wurde dann großzügig zugestanden, dass ich anders abstimmen kann.
00:28:34: Gleich gesagt, es funktioniert nicht.
00:28:36: Wenn der stellvertretende Ministerpräsident dazu eine andere Auffassung hat als die Fraktionen und als die Partei dann sind das Konflikte, die man nicht aushalten kann.
00:28:46: Und habe dann die Zeit in den Bergen im Allgäu genutzt, hab mich oben auf den Gipfel gesetzt nachdem ich erst hochgelaufen bin... Und habe zwei, drei, vier Stunden lang nachgedacht mit meiner Partnerin gesprochen und dann wusste ich wie es am Ende ausgehen wird.
00:29:04: Können Sie noch mal sagen sie haben's ein bisschen insinuiert jetzt gerade dass auch die Gesundheitsministerinnen entlassen werden sollte weil jemand anders sich vorgestellt hatte offenbar Gesundheitsminister der Gesundheitsministerin zu werden.
00:29:15: aus dem BSW ist das jetzt nur noch eine als Partei verkleidetes Karrieren Netzwerk geworden?
00:29:21: Das BSW
00:29:22: scheint so zu sein.
00:29:23: ja
00:29:24: Die Strukturen, die Sie jetzt beschrieben haben.
00:29:26: Die Anweisungen aus der Partei, Führung, die autoritäre Struktur der Partie.
00:29:31: Das ist ja von vielen anderen unter anderem im Wahlkampf auch immer behauptet worden.
00:29:36: da sitze Sarah Wagenknecht und regiere mit aus dem Saarland-Wahlweise in Sachsen-Anhalt oder in Thüringen oder auch in Brandenburg.
00:29:44: Würden sie denn sagen dass das nach wie vor so ist im Moment im BSW?
00:29:48: Oder noch stärker?
00:29:49: Ich
00:29:49: glaube es ist noch schlimmer als früher in dem Prozess als ich die Gesundheitsministerin entlassen sollte.
00:29:58: Da wurde mir wörtlich gesagt, wir sind die Partei und ihr habt zu tun was wir sagen.
00:30:07: Ist denn der Populismus den eben das BSW ja auch in sich trägt oder nach außen trägt?
00:30:13: ist der gefährlich für die Demokratie?
00:30:15: Ich glaube dass.
00:30:17: was wir also eigentliches Problem zurzeit haben habe ich eben auch schon gesagt, dass ich Gründe hatte mich dem anzuschließen.
00:30:26: Weil ich denke natürlich haben wir bestimmte Dinge falsch gemacht.
00:30:31: also wenn ich jetzt beispielsweise denke welche Rolle Sozialdemokraten bei der Privatisierung der Bahnen gespielt haben das war falsch.
00:30:40: Punkt!
00:30:41: Das muss man dann auch sagen und muss die Konsequenzen draus ziehen, dass wir heute die Mahnreform nicht mehr rückgängig machen können.
00:30:49: Ich glaube das sind Dinge, die brauchen die Menschen auch.
00:30:51: Dass wir auch sehen, dass Sachen falsch gemacht haben, dass fähig sind, daraus zu lernen...
00:30:58: Aber was fehlt der Politik generell noch um die Menschen stärker zu erreichen?
00:31:02: Um näher an die Menschen heranzukommen?
00:31:05: Also wenn ich das Rezept hätte würde ich es anwenden.
00:31:08: Wir machen ja viele Veranstalter, wo die Leute Fragen stellen können.
00:31:12: Die können jede Frage stellen und ich bin nicht drauf vorbereitet.
00:31:15: Und manchmal sage ich auch, ich weiß es nicht!
00:31:16: Ich lief das nach ... Das sind auch sehr gute Gespräche.
00:31:21: Wenn die AfD eine Veranstaltung macht und Freibier oder Bratwurst anbietet, dann kommen zehn, zwanzig, dreißig Mal mehr Leute.
00:31:29: Soll ich jetzt anfangen, Freibiere auszugeben?
00:31:32: Kann ich natürlich auch machen?
00:31:34: Ändert vielleicht die Stimmung?
00:31:36: Schauen Sie das, was Jürgen Klopp jetzt macht.
00:31:39: Das ist gut und ich glaube davon müssen wir als Politik ein bisschen etwas lernen.
00:31:44: Wir müssen die Stimmung beeinflussen weil Deutschland es ist wie im Fußball.
00:31:51: Wir haben super tolle Fußballspieler!
00:31:54: Wir haben eine supertolle Wirtschaft bei uns, wir haben auch gute Politikerinnen und Politikern.
00:32:06: Einfach ein bisschen mehr Zutrauen in das haben, was wir können und dann gelingt es uns vielleicht auch die Stimmung zu drehen.
00:32:18: Weil das, was die anderen machen, damit können sie kein Spiel gewinnen – gar keins!
00:32:25: Wir werden vielleicht aufgestellt aber das Spiel gewennen werden Sie nicht.
00:32:27: Das
00:32:27: ist ja auch eine Frage der Wirksamkeit denn so schön... Man, den Gedanken von Jürgen Klopp und wir sind gar nicht so schlecht.
00:32:35: Wir werden Lauben verfolgen können.
00:32:37: also wenn man bestimmte Fakten betrachtet wie zum Beispiel die Bahn oder auch die Wohnkosten und den Mangelanwohnungen dann kann man vielleicht auch Leute verstehen die da nicht sofort dran glauben.
00:32:50: Früher habe ich gesagt wir müssen die Arbeit gut machen und dann funktioniert es schon.
00:32:54: Da bin ich jetzt der festen Überzeugung, das funktioniert nicht.
00:32:57: Das alleine des Gutarbeiten wird nicht helfen, sondern wir müssen die Kommunikation in den Vordergrund
00:33:03: stellen.".
00:33:03: Zum Abschluss würde ich sagen, schauen wir noch mal auf die politische Situation und auf die Zukunft, die Sie auch gerade beschrieben haben?
00:33:12: Welche Rolle wird denn Ihrer Meinung nach das BSW da noch spielen?
00:33:15: Ich glaube, die heischen nach Aufmerksamkeit im Sachsen-Anhalt werden sie jetzt haben bis Herr Sigmund gewählt ist.
00:33:21: danach ist sie weg Und dann verschwinden die in der Versenkung.
00:33:26: Dann vielen Dank, dass sie nicht verschwunden sind, sondern hier extra hergekommen sind.
00:33:31: Gerne bis zum nächsten Mal!
00:33:32: Vielen
00:33:32: Danke Herr Krumper.
00:33:33: Bis dann.
00:33:34: Tschüss.
00:33:41: Ist denn nun das BSW eine Karrieremaschine?
00:33:44: Man kann auf jeden Fall zu diesem Eindruck kommen.
00:33:46: Und das wird auch noch mal ne spannende Frage für Ulrich Siegmund, wenn er dann wirklich Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt werden will oder wenn es dann irgendwann ist.
00:33:54: Denn der AfD-Walsiger will sich ja Anfang Dezember dort zur Wahl stellen Und das wird dann sehr interessant, ob das BSW wirklich mitstimmt.
00:34:04: Wenn es dann mitstimmt oder auch nicht und seiner Stimme anders bekommt, ist er ja trotzdem den Stimmen des BSW ausgeliefert, weil er eben keine eigene Mehrheit hat.
00:34:14: Außer natürlich gibt es tatsächlich genug Überläufer aus der CDU – das ist jetzt wieder offen!
00:34:20: Fest steht allerdings zumindest zum jetzigen Zeitpunkt koalieren will das BSWe mit der AfD in Sachsen-Anhalt.
00:34:28: Aber ich glaube, auf allen Kanälen ist deutlich geworden.
00:34:32: Es wird seine Rolle als Schlüssel zur Macht für die AfD voll auskosten und möglicherweise wird sich auch Ulrich Siegmund von der Parteispitze dieses BSW alles Mögliche absignen lassen
00:34:44: müssen.".
00:34:45: Es bleibt auf jeden Fall dramatisch, das ist garantiert.
00:34:48: Aber Politik hat ja auch immer was mit Gesellschaft zu tun und unser Podcast auch.
00:34:53: deswegen gucken wir immer auf besondere Beobachtungen aus dem gesellschaftlichen Alltag in unserer Rubrik.
00:35:12: Also, Creme von Florena natürlich ist klar.
00:35:15: Putzzi, Zahncreme jeden Morgen, Zahnenpasta und natürlich Kernseife ehrlich gesagt, das hier immer beim Duschen!
00:35:23: Und da gibt es jetzt auch ein Revival, da gibts nämlich diese Duschsäckchen, da steckst du die Seife rein und dadurch schäumt das dann alles wieder.
00:35:30: Und Florena aus Sachsen, die Creme hat die DDR auch überlebt.
00:35:34: Diese Kosmetikfirma wurde schon neunzehntzwanzig gegründet und dann ist sie zur DDR-Zeit in einen volkseigenen Betrieb also ein Vib überführt worden und wurde dann im Vereinten Deutschland wieder zu einer GmbH.
00:35:47: und jetzt du hast das gesagt gibt's Florene immer noch an fast jeder Drogerie?
00:35:51: Uns geht das heute aber darum zu schauen, wo ist denn Florina damals eigentlich hergestellt worden?
00:35:58: Und wie war das?
00:35:58: Das war nämlich VEB-Kosmetikkombinat.
00:36:01: Also quasi die Schönheitsindustrie der DDR und dieser VEb hatte Achttausendfünfhundert Beschäftigte von denen seventy fünf Prozent tatsächlich Frauen waren!
00:36:11: Ja und diese Frauen haben an acht unterschiedlichen Standorten gearbeitet unter anderem in Berlin, in Dresden, kein Markt stattwieders damals, sie ist Chemnitz heute Und die Fotografin Barbara Köppe, die hat das festgehalten den Alltag in diesen Fabriken kurz vor dem Mauerfall.
00:36:25: Also Ende der Achtzigerjahre war sie unterwegs in den Fabriketen und hat gut zweihundert Fotografien angefertigt.
00:36:31: Und diese Bilder wurden bisher nur sehr wenig gezeigt.
00:36:35: dabei sind Sie wirklich beeindruckend!
00:36:37: Wenn man sich anschaut dann hat man das Gefühl die haben so eine laute Stille.
00:36:41: also da liegt dieses Ende des Staates Das Ende der DDR die bald darauf zusammenbrechen würde sich schon erahnen in diesen Fotografien, das ist so eine Endzeitstimmung.
00:36:52: Die Fabriken sind grauen, es sind schwarz-weiß Bilder.
00:36:54: die Frauen haben da geschuftet man sieht sie im Blaumann mit der Zigarette in der Pause und man sieht dann die Blicke von Erich Honecker, der da eben in gerammten Bildern an der Wand hängt.
00:37:04: und Barbara Köppe, die ist neunster zweinviertig geborene in Magdeburg, ist dann in Potsdam aufgewachsenen und sie lebt nicht mehr, sie ist schon zwanzig dreiundzwanzig verstorben.
00:37:15: Aber ihre Bilder, die sind noch da.
00:37:16: Und wenn man diese Bilder sich anguckt, dann erzählen sie sehr viele Geschichten über das damals, den Alltag der Frauen, der eben doch so viel geprägt hat.
00:37:25: Eine Ausstellung mit einem Teil des Werks gibt es jetzt in der Urania Potsdam zu sehen und ich muss sagen, wenn ich solche Bilder betrachte... Es gibt ja mehrere solche Bilder aus der DDR in Zeit.
00:37:35: Dann denke ich auch immer an meine Tante im Erzgebirge, die hat nämlich auch in einer kleinen Textilfabrik gearbeitet.
00:37:40: Da waren vor allen Dingen Frauen, die da auch immer am Blaumann saßen an den Arbeitsbänken und ja, Erich Honecker hat von oben runtergeguckt auf sie.
00:37:47: Aber mit ihm zu tun haben wollten Sie alle nichts!
00:37:51: Also von Barbara Köppe, die Fotos waren schon vor elf Jahren.
00:37:55: Waren die einmal im Vellibranthaus hier zu sehen in Berlin und damals hieß diese Schau das dekonstruierte Glück Und dazu ist damals ein Buch mit demselben Titel erschienen.
00:38:06: Das kann man noch kaufen und es ist absolut wert das zu betrachten.
00:38:11: Denn Barbara Köpe, die Photografin so schrieb bis schon damals unser Kollege Christian Schröder aus der Tagesspiegel Kulturredaktion.
00:38:23: Und mittendrin in der Wirklichkeit bleiben wir natürlich auch nächste Woche wieder.
00:38:27: Wir hoffen, euch hat diese Folge gefallen und wenn ja oder auch wenn nein dann lasst es uns in die Kommentaren wissen.
00:38:33: schreibt uns eine E-Mail an podcastetagespiegel.de.
00:38:37: Wir lesen alle Nachrichten nehmen das gerne auf.
00:38:39: Das werdet ihr auch bald hören In einer unserer nächsten Folgen.
00:38:43: Deshalb zögert auf keinen Fall und Schreibt uns gern!
00:38:45: Ihr könnt von uns außerdem jede Woche lesen im Newsletter im Osten, den ihr kostenfrei abonnieren könnt und ihr seht uns beim Tagesspiegel auf allen Kanälen und in den sozialen Netzwerken.
00:38:58: Wir hören uns nächste Woche wieder aus dem Osten für alle!
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