Silicon Saxony: Wo der Osten gerade wirtschaftlich aufholt
Shownotes
Jeder dritte Chip, der in Europa gefertigt wird, kommt aus dem Silicon Saxony rund um Dresden – der Osten zeigt also, was wirtschaftlich gelingt. Der „Wettbewerbsreport Ostdeutschland" warnt jedoch, dass der Aufholprozess in Gefahr ist: Werke schließen, Fachkräfte fehlen, Investitionen bleiben aus und das kurz vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Was das für Unternehmen und die Demokratie bedeutet, besprechen Sabine Schicketanz und Robert Ide in dieser Folge auch mit Nora Schmidt-Kesseler vom Branchenverband Nordost-Chemie, dessen Mitgliedsunternehmen mit rund 60.000 Arbeitsplätzen zu den größten Arbeitgebern in der Region zählen.
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Credits:
- Moderation: Sabine Schicketanz und Julius Geiler
- Redaktion: Myriel Desgranges, Sonja Gillert und Hilda Lücker
- Schnitt und Produktion: Lilian Hoenen
- Sounddesign und Musik: Milan Lukas Fey
- Foto und Covert-Art: Lydia Hesse und Manuel Kostrzynski
Transkript anzeigen
00:00:02:
00:00:07: Meine Damen und Herren, Ostdeutschland ist wirtschaftlich lange schon nicht mehr die Aufholregion unseres Landes.
00:00:13: Vielerorts gibt es Entwicklungen, die zukunftsweisen für ganz Deutschland
00:00:17: sind.".
00:00:19: Das war Friedrich Merz neulich beim ostdeutschen Wirtschaftsforum.
00:00:22: Er sieht viele Innovationen in Ostdeutzland – und meint der Osten der Stehe vor sehr guten Jahren!
00:00:30: Aber so schön wie er das malt, Gerade sind in Ostdeutschland so viele Arbeitsplätze bedroht wie schon lange nicht.
00:00:40: Die Stimmung ist
00:00:41: Angst,
00:00:41: das kann man schon sagen.
00:00:42: Es geht ja jetzt schon seit Monaten und Zwickau steht immer wieder im Fokus von Werkschließung.
00:00:50: Das war Ronny Ott Betriebsratschef des Ostdeutschen Autozulieferers Schnellige Logistik im MDR am Rande einer Demo kürzlich im sächsischen Zwickau.
00:00:59: Hier bangen ja Tausende um das traditionsreiche VW-Werk, die Wirtschaftslaute schlägt jetzt besonders im Osten durch.
00:01:06: alte Industrien sterben oder müssen sich ganz neu erfinden und wir fragen uns in dieser Folge mit wichtigen Industrievertreterinnen wie die Wirtschaft eigentlich zu Neuem Leben erweckt werden kann
00:01:20: Gerade vor den wichtigen Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, da steht und fällt fast alles mit der Wirtschaft.
00:01:27: Und viele fragen sich, bleibt der Osten für immer wirtschaftlich abgehängt?
00:01:32: Was heißt das für das ganze Land?
00:01:47: Zunächst mal das Wichtigste.
00:01:49: Danke für das viele Feedback auf ganz verschiedenen Kanälen, die Mails und die Kommentare!
00:01:53: Wir lesen die alle.
00:01:54: wir setzen uns auch wirklich damit auseinander Sabine und wir machen mal gleich positiv weiter wenn es jetzt um die Wirtschaft geht.
00:02:00: Du als Chefredakteur in der Potsdamer Neuesten Nachrichten du bist ja gut vernetzt im Osten was würdest du sagen gerade in Brandenburg boomt ja eigentlich die Wirtschaft nicht nur rund um die Tesla Fabrik oder?
00:02:10: Ja, Tesla allein sichert schon mehr als Zehntausend Arbeitsplätze und jetzt soll die Fabrik auch noch weiter ausgebaut werden.
00:02:18: Brandenburg das profitiert sehr von der Nähe zu Berlin.
00:02:21: aber das Bundesland hat auch viel selbst getan für seinen wirtschaftlichen Aufschwung.
00:02:26: zum Beispiel wurde die Tesla-Fabrik begleitet durch eine Taskforce beim Ministerpräsidenten und das hat dazu geführt dass sie sehr schnell gebaut werden konnte.
00:02:34: Na vielleicht hat man ja hier auch aus den Fehlern der Vergangenheit wirklich gelernt.
00:02:38: Ich bin ja im Erzgebirge geboren und habe da auch noch viel Verwandtschaft.
00:02:41: Und ich kann mich wirklich noch gut erinnern an diese Zeiten der Angst nach dem Umbruch, als dann wirklich viele ihre Arbeit verloren haben weil eben die Werke geschlossen haben.
00:02:49: das Motorradwerk, das Waschmaschinenwerk Auch die kleinen Betriebe und viele Leute sind ja dann weg gegangen oder zumindest mussten sie pendeln in den Westen um Arbeit zu haben.
00:02:58: Die Landwirtschaft hat auch nicht mehr viel eingebracht und dieser ganze Strukturwandel über Nacht, der hat ja wirklich Spuren hinterlassen bis heute eigentlich in jüngeren Generationen.
00:03:08: Und diese Angst, dieses mühsam aufgebaute jetzt wieder zu verlieren.
00:03:12: Die spürt man schon überall im Osten gerade wenn es jetzt wieder der Wirtschaft ein bisschen an den Kragen geht in das Chemieindustrie oder eben in der Automobilindustrie.
00:03:21: Im Südosten ja da geht genau in diesem Bereich jetzt auch aktuell noch mal die große Angst um weil VW angekündigt hat Werke schließen zu wollen unter anderem eben dass in Zwickau in Sachsen und Das ist das Werk das Mal die Wiege des deutschen Automobil Baus war, hier wurde in der DDR der Trabant gebaut und jetzt gehen hier ja neue Elektroautos von VW vom Band.
00:03:46: Aber diese Autos sind offenkundig zu teuer.
00:03:48: zumindest meint VW das und das Werk steht jetzt vor dem Aus.
00:03:53: Mir ist aber wichtig dass wenn ich vergessen da auch zu sagen, dass auch das Werk im Empten in Westdeutschland in Ostriesland offensichtlich von einer Schließung bedrohtes oder VWs das zumindest infrage stellt und auch da würde es eine sehr strukturschwache Region treffen.
00:04:07: Das ist ja sowieso so, dass viele ostdeutsche Regionen im Grunde eigentlich auch ein Abbild vieler strukturschwacher Regionen in ganz Deutschland sind.
00:04:14: Nur das sie eben den Ostdeutschland viel größer sind und das schlägt sich dann immer sofort auf die Stimmung der Bevölkerung wieder.
00:04:20: ich kann mich noch erinnern wir hatten einen Einheitsmonitor eine Umfrage in ganz deutschland zur Stimmung und da war es tatsächlich so.
00:04:27: am unzufriedensten in Ostdeutzland waren ihm die Leute rund um Zwickau im Landkreis zwickau Und ich war denn auch mal da von einem halben Jahr um die Menschen zu befragen wovor sie so Angst haben.
00:04:36: Wir haben wirklich gesagt, wir haben Angst dass wir hier so eine Art Industriemuseum werden ja in diesem Landkreis und das schon seit vielen Jahren.
00:04:44: Und ich meine die haben wirklich ein tolles Automobil Museum wo diese ganze Geschichte dargestellt wird, die du gerade erzählt hast.
00:04:50: aber davon kann ja so eine Region auch nicht leben.
00:04:52: Wie es der Region geht?
00:04:54: Das hat unsere Volontärin Pia Schulz rausgefunden.
00:04:57: sie war kurz nach der Ankündigung von VW das Werk schließen zu wollen im Zwickau vor Ort und jetzt können wir Pia zu ihren Eindrücken befragen
00:05:11: Willkommen, liebe Pia.
00:05:13: Du warst für uns in Zwickau unterwegs?
00:05:15: Welchen Schock hat es eigentlich bei den Menschen ausgelöst, dass VW Sachsen womöglich jetzt verlassen will?
00:05:20: Ich war zu einem recht frühen Zeitpunkt in Zvikau.
00:05:23: Da war die Nachricht noch recht frisch und ich würde sagen man muss unterscheiden zwischen den Leuten, die im Werk arbeiten und dem Menschen, die in Zvickau leben.
00:05:30: da ist ja auch nochmal ungefähr zwanzig Minuten Autofahrt dazwischen.
00:05:34: Die Menschen dort waren... Ja, die sind es gewohnt über VW zu reden als ich mit ihnen gesprochen habe.
00:05:41: Die wirkten so ein bisschen ermattet von dieser Nachricht.
00:05:45: Die machen sich vor allen Dingen Sorgen um die Zulieferbetriebe denn dass Abfindungen stattfinden das ist bei denen schon Gang und Gebe seit der geraumten Zeit.
00:05:52: alle mit denen ich gesprochen habe die kennen jemanden im Werk oder jemand, der mal dort gearbeitet hat und alle haben mir erzählt ja die werden schon entlassen.
00:06:01: Die bekommen Abfindungen.
00:06:03: Die werden früher in die Rente geschickt.
00:06:04: Verträge werden nicht verlängert.
00:06:06: Deswegen war das eine gewohnte Situation.
00:06:09: Das Ausmaß war natürlich ein neues und ich glaube dass viel drastischere war, dass halt die Zulieferbetriebe davon abhängen um bei einer Schließung ins Wiccau ganz viele Betriebe dann auch vor dem ausstehen würden.
00:06:21: Und die Menschen vor dem Werk, die dort geararbeitet haben Die habe ich zum Schichtwechsel getroffen.
00:06:27: Wollte da jemand überhaupt mit dir sprechen?
00:06:29: Weil das ist ja immer sehr schwierig, wenn die Leute um ihren eigenen Arbeitsplatz bangen müssen.
00:06:32: Genau!
00:06:33: Also die hatten wirklich keine Lust auf Presse muss man mal so einfach sagen.
00:06:38: Ich glaube sie sind es auch gewohnt dass sie in irgendeiner Weise in den Medien stehen.
00:06:43: Sie haben meistens schon abgewunken wenn ich überhaupt auf sie zugegangen bin und gesagt hab ich bin vom Tagesspiegel.
00:06:51: Ja, wissend genickt oder mich so abgewunken.
00:06:56: bei vielen ist aber auch zu dem Zeitpunkt diese Nachricht noch gar nicht da gewesen weil VW nicht mit seinen Mitarbeitern kommuniziert hat.
00:07:02: Nun ist es ja so dass er wirklich ein sehr traditionsreicher Automobilstandort ist und das war auch zur DDR-Zeiten so und eben viel früher auch und jetzt sollte es ja eigentlich so ein bisschen der Motor sein die Elektromobilität.
00:07:17: gerade VW wollte sich sozusagen neu erfinden.
00:07:20: Was denkst du?
00:07:21: Warum hat das nicht geklappt und wie haben die Leute da reagiert.
00:07:24: Ja, warum es nicht geklappt hat aus dem was ich von den Gesprächen mitbekommen habe ist dass Deutschland einfach zu spät war und die Konkurrenz aus China zu groß ist.
00:07:33: und diese Umstellung auf die E-Autos in Zwickau also ist nicht gut angekommen.
00:07:38: eine Frau mit der ich gesprochen hab gesagt damit hat VW das Werk an die Wand gefahren ins Wickau und das ist keine positive Entwicklung laut den Menschen vor Ort.
00:07:49: Ich denke auch, weil sich vielleicht viele einfach diese teuren E-Autos noch gar nicht leisten können oder wollen und dann lieber noch eben... die alten Verbrenner weiterfahren, aber wenn man selber die eigenen Produkte nicht kauft ist es natürlich auch schwierig.
00:08:01: Ich glaube ein zentraler Grund dafür ist dass die Ladeinfrastruktur einfach in Deutschland noch viel zu weit hinten dran hängt und deswegen Leute das wurde mir auch so erzählt viel mehr damit hadern sich einen E-Auto zu kaufen weil man halt nicht weiß wie weit kommt man letztendlich wirklich?
00:08:15: wo ist die nächste Ladestation?
00:08:16: Es ist mit viel mehr Planungsaufwand verbunden eine längere Autofahrt und deswegen schrecken die Leute davor glaube ich zurück.
00:08:23: Gut dann vielen Dank für diese Eindrücke und bis bald wieder.
00:08:26: Gerne, bis bald!
00:08:34: Sabine, lass uns jetzt mal ein bisschen auf die Zahlen schauen.
00:08:36: es gibt ja eine neue Studie zur ostdeutschen Wirtschaft.
00:08:39: macht die denn Hoffnung?
00:08:40: Leider kann ich an dieser Stelle nichts Positives mit dir teilen, Robert und mit euch.
00:08:45: Der Aufschwung im Osten sagt zumindest diese Studie der wird gerade ausgebremst.
00:08:50: die Studie heißt Wettbewerbsreport Ostdeutschland Und dieses Studium sieht sogar die Gefahr dass der Osten wirtschaftlich den Anschluss wieder verliert.
00:09:00: es gibt einfach zu wenig Investitionen so wenig Fachkräfte und eine zunehmend alternde Bevölkerung.
00:09:06: von welchen Zahlen sprechen wir da jetzt konkret?
00:09:09: Also laut der Studie wird die Zahl der Erwerbstätigen bis zu zwanzig, fünfunddreißig im Osten im Durchschnitt laut der Prognose schrumpfen stellenweise sogar um bis zu fünfundzwanzig Prozent.
00:09:22: Da ist dann natürlich die Frage wie denn Unternehmen und Fabriken überhaupt noch am Laufen gehalten werden soll wenn ihnen einfach die Beschäftigten fehlen?
00:09:30: Und bei den Investitionen da erreicht der Osten auch nur zwei Drittel des Westniveaus bisher.
00:09:36: Ein Grund dafür ist, den kennen wir schon.
00:09:38: Es gibt einfach weniger Vermögen im Osten.
00:09:41: Laut dieser Studie haben ostdeutsche Haushalte – und da ist Berlin schon eingerechnet – im Jahr zwanzig dreiundzwanzig im Medien also quasi in der Mitte ein Nettovermögen gehabt von fünfunddreißigtausend neunhundert Euro.
00:09:55: Und im Westen?
00:09:57: Tja, da kann man mal raten!
00:09:58: Da lag dieser Vermögenswert bei hundertdreiundvierzichttausende Euro.
00:10:03: Das ist schon ein krasser Unterschied.
00:10:05: Ja und diese Studie, die war ja im Auftrag der ostdeutschen Wirtschaftsverwende vom IFO-Institut erstellt worden.
00:10:10: Die fordert ja wirklich auch grundlegende Reformen von der Politik.
00:10:13: ich meine man kann es ja kaum noch hören weniger Bürokratie geringere Energiepreise.
00:10:18: Ich fand das jedenfalls sehr bezeichnet wie Robert Nehring das formuliert hat.
00:10:22: er ist einer der Organisatoren des Wirtschaftsforums.
00:10:25: Der schrieb neulich in seinem Newsletter Ostdeutschland Info folgendes Deutschland brauchte radikale Reform vor fünf vor zehn vor zwanzig Jahren.
00:10:34: Passiert ist aber im Grunde nichts, nur die Gießkanne wurde weitergereicht.
00:10:39: Von der aktuellen Regierung wurde sie sogar über die kleine Flamme des Fortschritts gehalten, die den Ampel entfachen konnte.
00:10:46: Erstaunlich wie lange ein Flugzeug noch in der Luft ist nachdem der Motor ausgegangen ist.
00:10:51: Könnt ihr keine Reform oder wollt ihr keine?
00:10:54: Das fragen sich mittlerweile fast alle.
00:10:57: Genau das muss man sich ja tatsächlich fragen.
00:10:59: Die einzig sichtbaren Maßnahmen der Bundesregierung, die sind bisher der Industriestrompreis?
00:11:04: Der soll die energieintensiven Unternehmen stützen und das neue Heizungsgesetz.
00:11:10: Aber das besteht vor allem darin, dass es eben nicht mehr so heißt wie vorher.
00:11:14: Und dann gab's noch den Tankrabatt, den Sven Schulze, der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt der Bundesregierung abgepresst hat als der Irankrieg ausgebrochen war.
00:11:23: Aber der kam im Osten sowieso nicht so an, weil die Raffineriestruktur hier eine andere zentralistischer Ebene ist und gleichzeitig ist er jetzt eben auch ausgelaufen.
00:11:36: Was die Wirtschaft gerade bewegt, das haben wir mit Nora Schmidt-Kessler besprochen.
00:11:42: Sie ist die Hauptgeschäftsführerin des Branchenverbandes Nordost Chemie – und an dieser Branche da hängen rund sechzigtausend Arbeitsplätze im Oston besonders auch im Chemiedreieck um Leuner und Bitterfeld in Sachsen-Anhalt.
00:11:55: Willkommen Frau Schmidt-Kessler bei uns, die Wirtschaft im Osten kämpft ums Überleben gerade die Chemieindustrie.
00:12:01: Was sind die größten Probleme für Sie und was sollte auch die Politik jetzt unbedingt tun?
00:12:06: Wir sind in einer extrem schwierigen Lage.
00:12:08: wir haben zum ersten Mal seit Jahrzehnten Standortschließungen Verlagerung von Produktion ins Ausland und wir haben Stellenabbau.
00:12:18: Also es gehen gerade viele wirklich hoch bezahlte und gute Arbeitsplätze verloren, so und woran liegt das?
00:12:25: Das sind die Energiekosten an erster Stelle.
00:12:29: Es geht bei uns nur mit viel Energie und ist sehr teuer geworden.
00:12:34: Es sind weitere Kostenplöcke wie Arbeitskosten auch Steuern und Abgaben.
00:12:39: Was erwarten Sie denn zu den Energiekosten, was soll da getan werden?
00:12:44: Also wir haben Strompreise.
00:12:46: Wir haben aber auch Gaspreise die nicht wettbewerbsfähig sind und wir brauchen auf jeden Fall eine Angleichung an ein internationales Niveau und das bedeutet bei Energiepreisen insgesamt dass sie runter müssen.
00:13:00: Wir bekommen einen Industriestrompreis.
00:13:02: es ist schon eine Verbesserung und was ich noch meine ist neben den Preisen die runtermüssen auch die Energiepolitik und die Klimapolitik, die sozusagen ausgewogen sein muss.
00:13:14: Energie- und Klimapolitik muss die Wettbewerbsfähigkeit unhoch umgekehrt umfassen.
00:13:19: Das heißt das muss Hand in Hand gehen.
00:13:21: wir müssen in die Transformationen und diese Transformation muss ermöglicht werden indem man ganz klar diese beiden Dinge nämlich Klimappolitik und Wett bewerbswähigkeit zusammenbringt.
00:13:36: Wenn das wirklich passiert, die Kosten gehen jetzt nehmen wir mal an wirklich runter.
00:13:39: Dann gibt es ja doch ein anderes großes Problem gerade in Ostdeutschland und das ist der Fachkräftemangel.
00:13:45: mit welchen Leuten würden sie denn und Fachleuten auch die Fabriken dann überhaupt mittelfristig am Laufen halten können?
00:13:51: Fachkräftemangel ist ein riesiges Problem in Ostdeutschland aufgrund der Bevölkerungsstruktur und der Überalterung der Bevölkerung.
00:14:00: Diese Herausforderungen haben wir schon seit Jahren, das ist uns auch bekannt.
00:14:04: aber wir stehen jetzt an einem Punkt wo wir sagen okay in den nächsten Jahren wird sich diese Herausforderung nochmal nach oben katapultieren.
00:14:13: und wenn sie fragen wie wir rangehen also was tun wir als Branche um dem entgegenzuwirken?
00:14:19: dann sind es mehrere Bausteine.
00:14:21: Es gibt aus meiner Sicht nicht die eine Antwort, wie wir den Fachkräftemangel in den Griff bekommen sondern wir müssen auf jeden Fall digitalisieren.
00:14:30: Wir müssen mit KI Prozesse in den griff bekommen.
00:14:35: Wir müssen diese Prozisse etablieren und auch verbessern also KI und Digitalisierung um Produktionsprozesse zum Beispiel zu übernehmen, zu beschleunigen und Menschen zu entlasten.
00:14:46: Wir werden Menschen brauchen aber wir können wie gesagt was Prozesse angeht einiges tun.
00:14:52: Das andere ist Integration stärken.
00:14:55: das ist ein ganz wichtiges Thema auf Zuwanderung.
00:15:00: Da ist die Wirtschaft ganz einhellig, dass wir Menschen brauchen, die zu uns kommen und hier unterstützen.
00:15:06: Weil wir da einfach nicht genug Menschen haben.
00:15:10: Und ein ganz wichtiger Punkt ist die Bildung.
00:15:13: Also wir investieren als Verband mit in die Bildungen für unsere Unternehmen.
00:15:17: Unsere Unternehmen investieren in Bildung, in Ausbildung?
00:15:21: Wer kann bildet aus zukunftsgerichtet weil Menschen, die man ausbildet im Unternehmen sind dann auch bestens gerüstet um die Arbeit zu übernehmen.
00:15:32: Die da ansteht.
00:15:34: aber alle Bausteine, die ich gerade genannt habe sind auch eine Herausforderung.
00:15:40: also das sind keine Selbstläufer sondern wir müssen an jedem einzelnen arbeiten und jeden einzelnen weiterentwickeln und natürlich auch mit der Politik diskutieren und Maßnahmen die das Beschleunigen auch herbeiführen.
00:15:58: Wenn die Wirtschaft leidet in ganz Deutschland und auch im Ostdeutschland, dann bricht ja auch die politische Stimmung ein wie wir sehen.
00:16:08: Wie verfolgen Sie denn vor diesem Hintergrund den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt?
00:16:13: Ich nehme in allen drei Bundesländern große Sorge wahr.
00:16:18: Wir sind Chemieland, Sachsen-Anhalt ist historisch bedingt ein sehr starkes Chemie und Pharma Land.
00:16:24: Da sind gute Unternehmen und wir haben Unternehmen in denen ganze Familien seit Generationen beschäftigt sind.
00:16:31: Und ich erlebe wenn ich in den Unternehmen vor Ort bin das diese Angst um den guten Arbeitsplatz.
00:16:38: die ist riesig groß.
00:16:40: Und jetzt muss man noch mal sagen, also wir haben die bestbezahltesten Arbeitsplätze in Ostdeutschland.
00:16:45: Bei uns verdient ein Chemiebeschäftigter im Schnitt achtzigtausend Euro und das Durchschnittsgehalt in Sachsen-Anhalt ist so ein bisschen was über vierzichttausende Euro.
00:16:56: Also da gibt es eine ganz große Diskrepanz.
00:16:59: und wenn wir jetzt diese Situation haben dass Arbeitsplätzen in großem Umfang wegfallen Dann kann man nachvollziehen, dass die Menschen sich große Sorgen machen.
00:17:11: und deswegen verfolgen wir.
00:17:13: Die Landtagswahlen in den drei Bundesländern auch im Sachsen-Anhalt natürlich vor dem Gesichtspunkt.
00:17:20: Wie kann die Politik an die Menschen die richtigen Signale setzen?
00:17:24: Dass sich etwas positiv verändert.
00:17:28: Gute Frage!
00:17:29: Wie kann sie das denn machen?
00:17:30: Wie können die Politik das jetzt wirklich eine positive Erzählung machen angesichts dieser Angst?
00:17:36: Vertrauen.
00:17:37: Es gibt Umfragen und da haben ganz viele Menschen, die befragt worden sind.
00:17:41: Warum?
00:17:42: Haben sie denn jetzt die Politik so schlecht bewertet wie sie ist?
00:17:45: geht ja vor allem in Richtung Bund auch Europa Und dann sagen viele Menschen wir haben das Vertrauen verloren.
00:17:53: also es muss ich mal was ändern Denn es wird viel gesagt und es wird nichts gemacht.
00:17:57: und das nehme Ich den menschen ab dass die denken, okay da wird ganz viel diskutiert aber man kommt denn jetzt endlich die versprochene Entlastung oder man kommt dann jetzt endlich eine Kehrtwende auch was jetzt die wirtschaftliche Lage angeht.
00:18:13: Sie sind ja viel jetzt gerade in Sachsen-Anhalt unterwegs und setzen sich auch mit ihrem Verband stark für die Demokratie ein.
00:18:19: Da gibt es Workshops, da gibt es viele Angebote.
00:18:22: Nun sind sie aber auch gleichzeitig einen Unabhängigerverband und können jetzt nicht sagen wir rufen auf gegen die Wahl der AfD zumal ja denke ich mal auch manches Mitglied der AfD oder manche Befürworter der AfD auch in ihren Betrieben arbeiten wird.
00:18:36: Wie kriegen sie diesen Spagatin?
00:18:39: Wir als Wirtschaftsverband sprechen uns nicht für oder gegen eine Partei aus.
00:18:44: Das machen wir schon nicht, weil unsere Satzung klar vorschreibt Unsere Aufgabe Interessenvertretung ist für die Unternehmen, die uns finanzieren.
00:18:53: Das heißt wir sind sehr stark fokussiert auf die Themen Wirtschaft und Bildung.
00:18:57: das ist ja aber auch das was viele Menschen jetzt sozusagen als Ausschlag geben für ihre Wahlentscheidungen angeben.
00:19:05: insofern gibt es dann eine gewisse Schnittmenge um was wir uns als Verband kümmern.
00:19:10: Aber diese Themen stehen ganz stark im Fokus So, und wir es kennen die Wahlprogramme der Parteien.
00:19:18: Und das haben wir bei allen Parteien gemacht.
00:19:21: Wir beurteilen welche ... Ich sag mal, welche Ziele verfolgt eine Partei?
00:19:26: Welche Auswirkungen haben die formulierten Ziele auf unsere Unternehmen aber eben auch mittelbar auf die Beschäftigten?
00:19:33: Das gehört für uns dann auch zusammen.
00:19:36: Da kann man sagen, dass es ja durchaus, wenn gucken wir jetzt nach Sachsen-Anhaltthemen gibt Wo wir als Verband sagen, das ist jetzt eine Entwicklung die wir nicht gut finden und wo wir sagen im Interesse der Unternehmen da haben wir ein Problem oder wir geben dazu eine Empfehlung ab was getan werden sollte damit die Dinge in die richtige Richtung gehen.
00:20:00: Sie haben ja gerade gesagt, dass Sachsen-Anhalt ein so wichtiger Standort ist für die Chemieindustrie.
00:20:05: Und gleichermaßen wissen wir, dass insbesondere dort die AfD ja deutlich vorn liegt und man das so einschätzen kann, dass das das Bundesland ist wo am wahrscheinlichsten die AfD es tatsächlich erreichen könnte den Ministerpräsidenten zu stellen.
00:20:20: Sie haben jetzt gesagt sie schauen sich genau die Parteiprogramme an und die Auswirkungen.
00:20:25: welche weiteren Vorhaben der AfD, haben Sie denn angeschaut und welche Auswirkungen hätten diese aus Ihrer Sicht?
00:20:32: Nehmen wir das Thema Fachkräfte und Integration, Migration.
00:20:38: Und im Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt – es gibt ja durchaus Unterschiede in den Wahlprogrammen auf der AfD je nachdem, in welchem Bundesland das ist – da wird eine Remigrationsoffensive beschrieben.
00:20:52: Eine Ankündigung hat auch negative Auswirkungen.
00:20:55: Ob es dann soweit kommt oder nicht?
00:20:58: Und wir sind eine Porsche, wir sind angewiesen und das schon länger auf Menschen aus dem Ausland kommen.
00:21:06: Wir sind eine sehr international aufgestellte Porsche.
00:21:09: Ich weiß, dass viele Menschen sich da sehr viele Sorgen machen.
00:21:14: Da geht's um Kollegen.
00:21:17: Diese Diskussion und dieses Herausstellen, das macht ganz vielen Menschen Sorge.
00:21:23: Und ruft Ängste hervor!
00:21:25: Das ist etwas was wir auch klar für unsere Unternehmen artikulieren, dass wir Menschen brauchen Fachkräftemangel aber eben auch.
00:21:33: Wir sind eine weltoffene Branche, wir sind internationale Branche und dafür stehen wir.
00:21:39: Vielen Dank für die offenen Worte Frau Schmidt-Kessler und fürs Interview.
00:21:43: Danke für Ihre Zeit und bis zum nächsten Mal.
00:21:46: Ja, ich danke Ihnen.
00:21:51: Was sie sagt – das zeigt aber auch die wirtschaftliche Lage in Ostdeutschland, die erscheint oft wie ein Teufelskreis!
00:21:57: Da gibt es ohnehin schon die erschwache Wirtschaft.
00:22:00: Das führt zu wenig Zukunftswegen unternehmen und auch zur Schließung von Firmen.
00:22:05: Deshalb wandern Fachkräfte ab und auch die jungen Leute.
00:22:08: Und dann bleibt eine pessimistische Stimmung übrig, die Bevölkerung ist ja überallt hat und sie fürchtet den Abstieg und eben auch die Zukunft.
00:22:17: Das wiederum erleichtert der AfD ein starkes Abschneiden bei den Wahlen – und dann kommen noch einmal weniger Fachkräfte in die Regionen, besonders die Zugewanderten werden sehr zurückhaltend sein dort zu arbeiten.
00:22:30: Der Effekt?
00:22:31: Die Wirtschaft steht noch stärker unter Druck und die AfD hat die Chance, noch leichter voranzukommen!
00:22:38: Ja, so weit.
00:22:38: So schwierig würde ich sagen.
00:22:40: aber die Frage ist ja kann die Bundesregierung jetzt da irgendwas noch tun?
00:22:44: Er appelliert wird ja viel und vielleicht zuviel der Bundeskanzler.
00:22:48: als er gesprochen hat beim Ostdeutschen Wirtschaftsforum in Brandenburg Da bekam er den meisten Applaus für sein Versprechen dass die CDU nicht mit der AfD zusammenarbeiten werde.
00:22:59: Aber ich finde, es bleibt sehr oft dann doch beim Klatschen.
00:23:02: Und ich frage mich da – wo sind denn die deutlichen Ansagen?
00:23:05: Wo ist die deutzliche Positionierung der gesamteutschen Wirtschaft in Bezug auf die AfD?
00:23:10: Naja das finde ich jetzt nicht so einfach ehrlich gesagt weil natürlich die Verbände ja alle unabhängig sein müssen und Ich habe auch mit einigen Unternehmerinnen und Unternehmern aus Sachsen-Anhalt gesprochen Mit einigen Firmen und die sagen eben Das ist jetzt auch schwierig sich zu positionieren wenn die AfD womöglich bald in der Regierung ist Und sie fürchten dann eben zum Beispiel bei Fördergeldern nicht mehr berücksichtigt zu werden, wenn Sie jetzt sich vorher schon zu sehr bekennen.
00:23:34: Und abgesehen davon fürchten natürlich viele tatsächlich das weniger Fachkräfte kommen wie du schon gesagt hast, wenn erst mal eine radikale Partei an der Regierung ist
00:23:43: Ja, aber gerade deshalb muss man doch für die Demokratie eintreten und eben auch für die eigenen Interessen.
00:23:49: Denn die meisten Unternehmen in Ostdeutschland sind ja klein- und mittelständisch – und sie haben mit ihren geringeren Umsätzen ganz andere Bedürfnisse als die großen Konzerne auf die so oft geguckt wird.
00:24:00: Und die Kleinen, die sind dann aus meiner Sicht in der Öffentlichkeit, in der Bundespolitik zum Teil sehr wenig sichtbar.
00:24:08: Ich finde, das muss sich auf jeden Fall ändern.
00:24:10: Die Politik in Berlin sollte hinsehen damit diese Unternehmerinnen und Unternehmer auch Vertrauen haben können denn von ihnen da hängt sehr viel ab für die Demokratie.
00:24:20: Das ist ganz interessant, dass gerade eben jetzt auch der AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt Ulrich Sigmund genau darauf setzt auf die kleinen mittleren Unternehmen.
00:24:28: Also er geht da jetzt richtig rein mit der Videokamera und malocht da angeblich mal einen Tag mit und macht davon tolle Videos und zeigt sich sozusagen als Teil dieser arbeitenden Bevölkerung.
00:24:39: Und irgendwie kommt das natürlich besser an, vielleicht als Sven Schulze der Ministerpräsident, der dann zum Beispiel bei uns im Interview im Tagesspiegel sagt naja wir müssen KI in einer Landwirtschaft einführen.
00:24:49: Das ist natürlich sicherlich nicht falsch aber das macht den Leuten eher Angst, als dass es ihnen vielleicht Befürchtungen nimmt.
00:24:59: Vielleicht können wir unseren Hörerinnen und Hörern ja jetzt zum Abschluss noch was Positives mitgeben, denn der Strukturwandel, der gelingt ja schon an vielen Stellen gerade in den mittelstellenischen Betrieben.
00:25:08: Schauen wir deshalb mal die Infrastruktur z.B.
00:25:11: an.
00:25:11: Straßen-Glasfaserkabel sind oft moderner als in den westlichen Bundesländern und die alten Industrien haben zwar zu kämpfen aber es gibt auch viele neue Ideen.
00:25:21: Gerade ist die neue Infinien-Heilbleiterfabrik bei Dresden fertiggestellt worden und das führt dazu, dass jeder dritte Chip der in Europa gefertigt wird.
00:25:29: Inzwischen aus dem sogenannten Silicon Saxony kommt
00:25:32: also aus
00:25:34: Sachsen.
00:25:35: Rund um die Unis nicht nur in Sachsen entstehen immer mehr Cluster für Mikrochips und Heilbleiter und den Mecklenburg Vorpommern da setzt man auf die Wasserstoffwirtschaft und das Handwerk.
00:25:44: das lebt auch wieder.
00:25:46: Und in deinem Erzgebirge, Robert.
00:25:48: Da sollen sogar jetzt seltene Erden abgebaut
00:25:51: werden.".
00:25:52: Das Bergmannslied, wusstest du das Glück auf?
00:25:57: Der Steiger kommt ja auch ursprünglich aus dem Erzgebirge und gar nicht aus im Ruhrgebiet.
00:26:02: Ich denke mal so insgesamt kann der Pott auch einiges lernen von dem Strukturwandel in früheren Bergbau- und Industrieregionen im Osten.
00:26:10: diese Resilienz der Menschen auch dieser Mut was Neues zu machen.
00:26:14: Das ist glaube ich schon etwas was auch der Westen lernen kann.
00:26:16: aber auch der Osten muss glaube ich was lernen und sich auch daran gewöhnen eben diese Offenheit für andere Menschen die hier arbeiten Leben aufbauen wollen.
00:26:26: Und es braucht eben viel mehr Zuwanderung für die Wirtschaft und dafür braucht's eine Gesellschaft, die auch offen dafür
00:26:31: ist.".
00:26:36: Mehr Offenheit in Ostdeutschland, das fordert auch die Ostbeauftragte der Bundesregierung Elisabeth Kaiser.
00:26:43: Ja, ich habe die Thüringer SPD-Politikerin in Gera getroffen ihrer alten Heimatstadt und sie hat da auch wirklich nochmal an die Menschen appelliert.
00:26:50: Wenn ihr die Heimat wirklich bewahren wollt dann müsst ihr euch auch für was Neues öffnen!
00:26:55: Und Sie hat auch an die eigene Bundesregierung appellieren dass sie bei den Reformen jetzt nicht nur ärmere und mittlere Einkommen belastet sondern das eben auch die Reicherin im Zweifel mehr zur Kasse gebeten werden sollen um all das zu bezahlen den ganzen Strukturwandel und damit stellt sich ja auch so ein bisschen die Gewissheiten der der alten Bundesrepublik in Frage, nämlich die Vermögensverteilung.
00:27:16: Das tut sie aus meiner Sicht durchaus zu Recht.
00:27:19: Denn die Nachteile des Ostens, die bestehen ja immer noch trotz der großen Aufbauhilfen und ich finde man darf den nicht immer nur als Gejammer abtun.
00:27:28: Denn es geht hier um Vermögen, es geht um Erbe bei das ist massiv niedriger als im Westen, dass wiederum schwächt die Investition, schwägt die Dynamik und dieses Gefühl der mangelnden Gerechtigkeit – das kann auch die Demokratie ziemlich empfindlich schwächen!
00:27:44: Diese Reportage von der Robert Ede, die könnt ihr liebe Hörerinnen und Hörern nachlesen auf tagespiegel.de Und wir verlinken euch den in den Show Notes!
00:27:53: Na bevor wir jetzt zu erreichen und Erbschaftssteuer auch noch kommen das ist glaube ich mal eine extra Podcastfolge wert setzen wir hier erstmal einen Punkt oder sagen wir mal einen Semikolon und kommen ganz befreit zu unserer schönen Rubrik
00:28:06: Ostgold.
00:28:09: Am Ende unseres Podcastes präsentieren wir ja immer eine besondere Sache aus dem Osten.
00:28:14: Und dafür ziehen wir zumindest rhetorisch jetzt mal blank!
00:28:19: Es geht um eines der meist diskutierten Sommerthemen im Osten, jedenfalls wenn man so nach der Anzahl der Mails geht die wir auch bekommen zu unseren Artikeln oder zu unserem Ostnewsletter und das Thema lautet Nacktbaden.
00:28:31: Ja, ein ganz großes Ost-Westthema.
00:28:34: Die Zahl der nacktbarte Strände geht allerdings immer mehr zurück.
00:28:38: Je mehr Menschen aus den westlichen Bundesländern an der Ostsee Urlaub machen, desto bedeckter hält man sich da eben an den Stränden!
00:28:45: Also ich kenne das ja auch noch aus Familienurlauben, Nacktbaden.
00:28:48: Das war eigentlich total normal.
00:28:49: Manche Familien haben sich da noch so ein Windschutzlappen irgendwie hingehängt.
00:28:53: Das waren manchmal auch so eine Art Sichtschutz.
00:28:56: aber ansonsten haben sich alle Generation von früher Kindheit auf einfach nackt gesehen und es ist ja irgendwie auch ein schönes Gefühl von Freiheit.
00:29:03: Vielleicht ja nicht für jeden, also manch einer hat sich vielleicht doch geschämt.
00:29:08: Vielleicht heranwachsende Jugendliche... Ich glaube das wurde eher runtergespielt und vielleicht sehen das heute auch die Menschen deshalb ein bisschen anders?
00:29:16: Ja ich finde die Rückbesinnung so ganz gut auf dieses Thema gerade weil es hier jetzt nicht nur um formschöne Körper geht für Instagram Stories sondern wirklich um Menschen aller Formen allen Alters.
00:29:28: Und irgendwie ist es natürlich der Welt
00:29:31: Meine Potsammerkollegin Steffi Piano, auch im Osten groß geworden.
00:29:35: Die hat im vergangenen Sommer ein Text geschrieben der wirklich am meisten gelesen und diskutiert wurde und er hatte die Überschrift Haut und Gedanken waren frei.
00:29:44: Toller Text!
00:29:45: Das war ein Erlebnisbericht aus Ihrer Kindheit, den wir euch in den Show Notes verlinken.
00:29:51: Lest ihn gerne mal!
00:29:53: Dieser Text demündet in einer Beschreibung eines Impostam tatsächlich wirklich legendären und sehr traditionsreichen Ortes – nämlich der Nacktbadestelle.
00:30:02: mitten im neuen Garten am Heiligen See, das ist UNESCO-Welterbe stehen die nacktbadenden Menschen auch so ein bisschen schon, sind unter Druck.
00:30:12: Da kommen die Touristen vorbei und das wird dann gar nicht gerne gesehen.
00:30:16: Allerdings kann ich mir nicht so richtig vorstellen dass sie sich da verdrängen lassen.
00:30:21: an der Ostsee allerdings, da passiert ja genau das.
00:30:24: Ja, in der Tat und die Trauer darüber kann ich schon durchaus nachvollziehen.
00:30:27: Obwohl ich es auch ein bisschen weird fand vor ein paar Jahren muss sich jetzt mal hier ehrlich gestehen als ich dann beim FKK-Strand in der Nähe von Rostock einen Kollegen vom Tagespiegel getroffen habe, der mich dann gleich in journalistische Gespräche verwickeln wollte.
00:30:39: Und das war ein bisschen seltsam weil wir ja beide irgendwie nichts anhatten.
00:30:43: Immerhin beide!
00:30:46: Wir hier im Podcaststudie, wir bleiben auf jeden Fall angezogen.
00:30:50: Aber wir reden natürlich trotzdem frei heraus und vor allem wollen wir auch von euch wissen mit oder ohne!
00:30:56: Wir haben eine Umfrage dazu verlinkt für euch bei Spotify und da könnt ihr uns mitteilen was er denn haltet vom Nackt baden oder eben auch nicht
00:31:05: Genau.
00:31:05: Und abonniert uns gerne, damit ihr keine Folge verpasst und auch in eurem Sommerurlaub am Strand uns immer jederzeit hören könnt.
00:31:12: Lasst uns eine Bewertung da ein Kommentar wie euch unser Podcast gefallen hat.
00:31:16: Schreibt uns gerne was ihr eben vom Nacktbaden haltet welche Themen wir sonst noch unbedingt anpacken sollten.
00:31:22: Ihr reicht uns auch per Mail unter podcast tagespiegel.de.
00:31:26: Hört auf jeden Fall nächste Woche wieder rein denn das werde ich aus meinem Urlaub dann auch machen.
00:31:31: und dann bist du hier Robert wieder mit Julius Geile am Start aus dem Osten und für alle.
00:31:39: Im Osten,
00:31:40: wo Deutschland sich entscheidet
00:31:42: mit Robert Ide und Sabine Schicketanz.
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